Die traditionelle Methode, um Werkstücke zu bewegen, sind fest verkettete Transportsysteme. HepcoMotion hat in Kooperation mit Beckhoff ein Führungssystem entwickelt, das perfekt auf das eXtended Transport System (XTS) von Beckhoff abgestimmt ist. In Kundengesprächen geht es oft um die Frage, welches dieser beiden Systeme die bessere Wahl ist. Wir gehen dieser Frage im Gespräch mit Christan Handwerker, Maschinenbau- und Beratungsingenieur bei HepcoMotion, nach.
Herr Handwerker, Antriebe bei denen sowohl Motor als auch Leistungselektronik vollständig in den statischen Linearmotor integriert sind, werden immer beliebter. Warum?
Handwerker: Der Reiz dieser Systeme liegt hauptsächlich in ihrer flexiblen Steuerung. Anders als bei einem fest verketteten System ist bei einem Linearmotorsystem der Durchsatz nicht auf den langsamsten Prozess beschränkt. Es können unterschiedlich lang dauernde Arbeitsabläufe effektiv miteinander verbunden werden. Das kann manchmal ganze zusätzliche Anlagen einsparen, was natürlich auch einen kleineren Anlagen-Footprint zur Folge hat. Zudem können durch die Individualsteuerung der Laufwagen über eine Geberfahne relativ unkompliziert neue Arbeitsschritte hinzugefügt werden. Auch die Losgröße kann über Änderungen der Software und unter Hinzufügung von Movern relativ einfach geändert werden. Das ist ein unglaublich wichtiger Vorteil, denn in vielen Bereichen der Produktion sind Änderungen die einzige Konstante. Diese Flexibilität gibt es bei einem fest verketten System grundsätzlich nicht.
Gibt es weitere Vorteile?
Handwerker: Zu guter Letzt kann solch ein System zu einer bedeutenden Einsparung von Werkstückträgern führen. Bei einer von uns realisierten Anwendung in Frankreich für einen führenden Kosmetikhersteller beispielsweise, wurden durch das neue Linearantriebssystem mit HepcoMotion-Führungen gute 80 % weniger Mover benötigt. In manchen Fällen ist die Anschaffung von Werkstückträgern so teuer, dass die Ersparnis an der Anzahl an Werkstückträgern, die durch einen Linearantrieb erreicht werden kann, den höheren Anschaffungspreis sofort wettmacht.
Bei diesen offensichtlichen Vorteilen scheint es auf der Hand zu liegen, sich für einen solchen Antrieb zu entscheiden?
Handwerker: Ja, das stimmt. Aber nicht immer wird eine solch hochmoderne Technologie tatsächlich gebraucht. Letztlich hängt es davon ab, ob diese Flexibilität mehr als ein „nice-to-have“ ist, oder ob sie tatsächlich messbare Vorteile bei dem Produktionszyklus bringt. Daher ist es wichtig, sich vor der Entscheidung zu fragen: Was genau soll mit dem neuen System erreicht werden?




