2018 schluckte Bayer den Wettbewerber Monsanto. Die Übernahme enthielt Glyphosat-Risiken, die Bayer jahrelang beschäftigten. Mit der langfristigen Vereinbarung sollen nun sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen beigelegt werden, bei denen es um geltend gemachte Erkrankungen am Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) geht. Führende Kanzleien der Klägerseite haben dazu einen Antrag auf vorläufige Genehmigung beim Circuit Court of the City of St. Louis in Missouri eingereicht. Im Rahmen der mehrgleisigen Strategie zur signifikanten Eindämmung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten ergänzt der Sammelvergleich die Überprüfung des Falls „Durnell“ durch den US Supreme Court. Beide Schritte sind jeweils notwendig und verstärken sich gegenseitig.
„Die Vergleichsvereinbarung schafft zusammen mit dem Fall beim Supreme Court einen klaren Weg aus den Unsicherheiten durch die Rechtsstreitigkeiten. Damit können wir uns wieder voll auf die Innovationen konzentrieren, um die es im Kern unserer Mission ‚Health for all, Hunger for none‘ geht“, sagte Bill Anderson, Vorstandsvorsitzender von Bayer. „Der Sammelvergleich und die Entscheidung des Supreme Court sind beide notwendig, um diese Rechtsstreitigkeiten möglichst umfassend, möglichst sicher und möglichst schnell einzudämmen.“ Die Glyphosat-Vergleiche geht Monsanto nur ein, um die Rechtsstreitigkeiten einzudämmen, und sie enthalten keinerlei Schuldeingeständnis. Die weltweit führenden Regulierungsbehörden, etwa in den USA und der EU, haben auf Basis umfassender wissenschaftlicher Studien mehrfach festgestellt, dass glyphosatbasierte Herbizide sicher angewendet werden können und nicht krebserregend sind.
Inhalt des Milliardenvergleichs
Im Rahmen des Sammelvergleichs würde Monsanto – nach Genehmigung des Gerichts –über bis zu 21 Jahre insgesamt maximal 7,25 Mrd. US-Dollar auszahlen. Die Zahlungen würden jährlich abnehmen und wären gedeckelt. Durch diese langfristige Zahlungsvereinbarung hätte das Unternehmen mehr finanzielle Sicherheit und Kontrolle über die Kosten für die Rechtsstreitigkeiten sowohl für aktuelle als auch mögliche künftige Klagen. Zudem hat Monsanto weitere vertrauliche Vergleiche vereinbart, um andere Glyphosat-Fälle beizulegen.
Der Sammelvergleich soll sämtliche Klagen abdecken, bei denen eine NHL-Erkrankung auf Roundup zurückgeführt wird – unabhängig von der konkreten rechtlichen Begründung. Er umfasst also Klagen, die auch nach einer Entscheidung des Supreme Court noch weiterverfolgt werden könnten, was die Lösung der Rechtsstreitigkeiten verzögern würde.
Der Sammelvergleich wurde mit Vertretern der führenden Kanzleien der Klägerseite verhandelt, dazu gehören Holland Law Firm, Ketchmark & McCreight, Motley Rice, Seeger Weiss, Waters Kraus Paul & Siegel und Williams Hart & Boundas. Diese Kanzleien unterstützen die Vereinbarung und die Genehmigung durch das Gericht.




