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    Digitale Supply-Chain-Optimierung
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    Branche & Markt

    Digitale Supply-Chain-Optimierung

    Digitale Supply-Chain-Optimierung als Basis für eine flexible, schnelle und nachhaltige Beschaffung von Pharma-Verpackungen
    Veröffentlicht
    09. Juni 2021
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    Nils Höpker, Head of Logistic und Demand Management Operations EU beim Verpackungsspezialisten Faller Packaging, erklärt im Interview, wie digitale Supply-Chain-Lösungen die Beschaffung von Verpackungen für die Pharma- und Healthcare-Branche effizienter machen können.

    Herr Höpker, die Pharma- und Healthcare-Industrie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der wichtigsten globalen Wachstumsmärkte entwickelt. Trotzdem ist die Branche eher konservativ, was Trends wie Digitalisierung und Vernetzung angeht. Woran liegt das?

    Höpker: In der Vergangenheit waren die Produktion von Pharmazeutika und die Beschaffung der dazugehörigen Verpackungen relativ gut planbar: Die Losgrößen waren groß, die Artikelvielfalt gering, die Bestellzyklen regelmäßig und die Vorlaufzeiten ausreichend lang. Das ändert sich jedoch seit einiger Zeit: Durch immer mehr Therapie- und Darreichungsformen sowie den Trend zu mehr Individualisierung steigt die Produkt- und Variantenvielfalt rapide an. Bevölkerungswachstum und demografischer Wandel sorgen für eine wachsende Nachfrage nach Medikamenten und Healthcare-Produkten. Gleichzeitig müssen Hersteller ihre Neuentwicklungen immer schneller auf den Markt bringen, um gegenüber dem Wettbewerb im Vorteil zu sein. All das bringt die konventionellen Prozesse und Strukturen der Branche an ihre Grenzen.

    Die Digitalisierung der Lieferkette birgt ein riesiges Potenzial, um diese Herausforderungen zu meistern und Produktions- und Logistikprozesse schneller, effizienter, zuverlässiger und nachhaltiger zu machen. Vielen Verantwortlichen in der Pharma- und Healthcare-Industrie wird das jedoch gerade erst bewusst. Die Chancen und Möglichkeiten der Digital Supply Chain sind oft gar nicht bekannt, oder die Tragweite des Themas wird noch nicht vollumfänglich erfasst. Dabei reden wir hier von erheblichen Zeit- und Kostenersparnissen, von denen die Unternehmen profitieren können.

    Digital Supply Chain – das klingt zunächst einmal recht futuristisch. Wie kann man sich das in der Praxis konkret vorstellen?

    Höpker: Digital Supply Chain bedeutet, dass alle Elemente einer Lieferkette – also Material-, Produkt-, Personen- und Informationsflüsse – digital miteinander vernetzt sind, vom Rohstoff bis zum Endkunden. In unserem Fall heißt das, dass wir mit Pharmaunternehmen viel enger als bisher zusammenarbeiten und unsere jeweiligen Prozesse optimal aufeinander abstimmen. Die Grundvoraussetzung dafür ist, alle relevanten Daten, die im Verlauf der Wertschöpfung entstehen, zu erfassen, zu speichern, zu analysieren und miteinander zu teilen. So lassen sich Abläufe besser verstehen und koordinieren, Informationen frühzeitig nutzen sowie Ableitungen für Kapazitäten und Disposition treffen.

    Pharma

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    Zum Beispiel können wir anhand von Forecasts und historischen Bestelldaten frühzeitig Materialien einkaufen, Werkzeuge vorbereiten und unsere Produktion entsprechend planen. Pharmahersteller können wiederum Chargenprotokolle ihrer Zulieferer auswerten und etwa mit Angaben zur Materialbeschaffenheit die Effizienz ihrer Verpackungsanlagen verbessern. Das Ergebnis sind deutliche Verbesserungen entlang der gesamten Prozesskette, mit denen die Hersteller Zeit und Kosten gleichermaßen einsparen können.

    Faller Packaging ist bislang als Lieferant von pharmazeutischen Sekundärverpackungen in Erscheinung getreten. Wie unterstützt Ihr Unternehmen Pharmahersteller bei der Digitalisierung ihrer Supply Chain?

    Höpker: Zunächst einmal ist es wichtig, im Vorfeld konkrete Optimierungspotenziale bei einem Kunden zu ermitteln. Das tun wir im Rahmen einer eingehenden Supply-Chain-Analyse. Darüber hinaus bieten wir ein modulares Supply Chain Consulting mit verschiedenen Leistungsbausteinen an. Datenanalysen und Handlungsempfehlungen helfen dem Kunden, eigenständig seine Prozesse zu optimieren und Einsparungen zu generieren. Schulungen schärfen das Bewusstsein, durch welches Verhalten die steigende Komplexität der Supply Chain gemanagt werden kann. Und bei einer Prozess- und Datenaufnahme vor Ort erhalten Unternehmen einen detaillierten Maßnahmenplan und konkrete Einsparungsberechnungen. So entsteht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die durch hohe Transparenz den Beschaffungsprozess deutlich effizienter, dynamischer, schneller und kostengünstiger macht. Wir gehen von einem Einsparpotenzial bei den Gesamtbetriebskosten je nach Anwendung von rund 20 % aus.

    Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen: Wie sieht die digitale Supply Chain in Ihrer Idealvorstellung aus?

    Höpker: Idealerweise sind künftig Pharmaunternehmen und Verpackungshersteller langfristige Partner, die durch technische Lösungen die Basis für einen transparenten, umfassenden und kontinuierlichen Datenaustausch geschaffen haben. Die geteilten Informationen können beide dazu nutzen, die zunehmende Komplexität der Supply Chain zu erfassen, darzustellen und effektiv zu managen. Dies erfolgt weitgehend automatisch von einer zentralen Plattform aus und bindet alle beteiligten Fertigungsstandorte ein – auch die von Drittanbietern. Zwischen Auftrag und Auslieferung entsteht ein kontinuierlicher, informationsgetriebener Prozess, der sich permanent in Echtzeit selbst kontrolliert und optimiert – eine intelligente, vernetzte und digitale Supply Chain.

    Wir beschäftigen uns aktuell sehr viel mit diesem Thema und haben dazu bereits umfangreiche Informationen auf unserer Website zusammengetragen – zum Beispiel einen Erklärfilm und ein Whitepaper. Damit bieten wir eine sehr gute Anlaufstelle für Unternehmen, die sich eingehender mit der Digitalisierung ihrer Supply Chain auseinandersetzen möchten. Bei unserer virtuellen Roadshow im Juni ist die digitalisierte Lieferkette ebenfalls ein wichtiger Punkt auf unserer Agenda. Auch dazu gibt es nähere Infos auf unserer Website.

    August Faller GmbH & Co. KG, Waldkirch

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