Die Digitalisierung stellt für die Produktion von Tabletten und anderen festen Arzneimitteln eine große Chance, aber auch eine Herausforderung dar: Produkte werden individueller, Herstellungsprozesse komplexer, Chargen kleiner. Eine Antwort auf diese Anforderungen sind digital vernetzbare Produktionsanlagen. Durch RFID und smarte Software treiben sie die Automatisierung voran und stellen Produktionsdaten in Echtzeit zur Verfügung.
Pharma 4.0 ist die Vision einer produktionsübergreifenden Vernetzung – ein Szenario, das Maschinen und Anlagen der Arzneimittelhersteller miteinander sowie mit Zulieferern und Partnern entlang der Lieferkette verbindet. Dadurch können Prozesse optimiert und flexibler an neue Anforderungen der personalisierten Medizin angepasst werden. Die größte Hürde, die einer Vernetzung im Internet of Things (IoT) jedoch vielerorts entgegensteht, ist die hohe Komplexität der Produktionsprozesse. Die Lösung sind Anlagen, die digital anschlussfähig sind und sich dennoch ohne aufwendige Revalidierung in bestehende Produktionslinien integrieren lassen.
Dies hat Fette Compacting in der neuen
i-Serie umgesetzt, bei der nahezu alle prozess- und validierungsrelevanten Systembaugruppen von der Vorgängergeneration beibehalten oder verbessert wurden. Dadurch sind die neuen Tablettenpressen zu bestehenden Modellen kompatibel. Gleichzeitig lassen sie sich einfach via Plug-and-play über OPC-UA-Schnittstellen, dem Standard für den Datenaustausch in service-orientierten Architekturen, mit Manufacturing-Execution-Systemen (MES) und IoT-Plattformen vernetzen.
Schlüsseltechnik RFID
In Industrie-4.0-Fabriken erhalten sämtliche Komponenten und Erzeugnisse eine eigene digitale Identität, mit der sie kontaktlos und automatisch durch den Prozess gesteuert werden. Schlüsseltechnik hierfür ist Radio Frequency Identification (RFID). Der vollautomatische Einfachrundläufer F10i, die erste Tablettenpresse der neuen i-Serie, identifiziert durch das Senden und Empfangen von hochfrequenten Radiowellen Prozesskomponenten mithilfe eines kontaktlosen Sender-Empfänger-Systems und gleicht sie mit voreingestellten Rezepten ab. Anhand eines elektronischen Labels erkennt die Presse beispielsweise die passende Füllkurve zu jedem Produkt. Eine fehlerhafte Einstellung kann so ausgeschlossen werden. Mechanische Einstellungen lassen sich per RFID im Rezept speichern, sodass die Anlage schnell und sicher für jedes neue Produkt konfiguriert werden kann, was zu einer Zeit- und Kostenersparnis beim Einrichten der Presse und zu einer höheren Prozesssicherheit führt. So kann der Tablettenabstreifer mithilfe eines Codier-Elements reproduzierbar über eine Achse verstellt werden. Das erleichtert die Bedienung und erhöht die Präzision beim Abstreifen sowie die Prozessstabilität. Die rezeptspezifische,
reproduzierbare Justierung per RFID reduziert Produktverluste, steigert den Ertrag und die Maschinenverfügbarkeit und garantiert eine konsistente Tablettenqualität.




