Die kürzlich erteilten Zulassungen und laufenden Zulassungsverfahren bei der European Medicines Agency EMA zeigen: Auch im Jahr 2025 könnten wieder mehr als 40 neue Medikamente gegen unterschiedliche Krankheiten in Deutschland auf den Markt kommen. Dazu sagt Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa): „Die Pharmaunternehmen können wieder eine große Zahl von Neuentwicklungen vorweisen. Fast alle dienen der Therapie oder Prävention von schweren, zum Teil lebensbedrohlichen Krankheiten wie Alzheimer, Krebserkrankungen, gefährlichen Infektionen oder Gendefekten und stellen für viele betroffene Patientinnen und Patienten entscheidende Behandlungsverbesserungen dar.”
Verlangsamung der Alzheimer-Demenz
2025 könnten erstmals seit 2002 wieder ein oder zwei neue Medikamente gegen die Alzheimer-Demenz eingeführt werden. Beide enthalten Antikörper. Sie können den Demenzprozess nicht anhalten, aber Studien zufolge verlangsamen, wenn sie sehr frühzeitig angewendet werden. Die Zulassung des einen Medikaments hat die European Medicines Agency (EMA) bereits empfohlen, für das zweite ist die Zulassung auch schon beantragt. – 2002 erhielt ein Medikament mit dem Wirkstoff Memantin die Zulassungserweiterung für die Alzheimer-Therapie.
Impfstoffe gegen Chikungunya-Fieber
Erstmals könnten Unternehmen ein oder zwei Impfstoffe gegen das Chikungunya-Fieber auf den Markt bringen. Denn ein erster Impfstoff ist schon zugelassen, ein weiterer im Zulassungsverfahren. Die von Mücken übertragene Viruskrankheit ruft meist starke Schmerzen hervor. Sie ist vor allem in Afrika, Süd- und Mittelamerika verbreitet, trat aber auch schon in den USA und Frankreich auf. Eine Ausweitung des Verbreitungsgebietes aufgrund des Klimawandels ist gut möglich.
Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19
Zum Absenken des Risikos, schwer an Covid-19 zu erkranken, dürften im kommenden Herbst wieder neue stammangepasste Versionen von bereits zugelassenen Covid-19-Impfstoffen angeboten werden. Voraussichtlich kommt auch noch ein neuer mRNA-Impfstoff hinzu, dessen RNA über eine Selbstverstärkung verfügt (sa-mRNA). Außerdem könnte für Menschen, bei denen krankheitsbedingt Impfstoffe keinen Immunschutz hervorrufen, ein präventives Antikörper-Medikament verfügbar werden. Zudem könnte ein neues Medikament für diejenigen, die dennoch schwer erkranken, die Möglichkeiten erweitern, einer schweren Lungenentzündung entgegenzuwirken.
Therapie von Krebserkrankungen
Rund ein Drittel der Medikamente, die 2025 neu auf den Markt kommen können, dienen der Therapie bei unterschiedlichen Krebsarten. Für Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC, die häufigste Art von Lungenkrebs) könnten sogar gleich sechs unterschiedliche Medikamente herauskommen. Welches für wen in Betracht kommt, hängt in den meisten Fällen von den Mutationen ab, die die Krebszellen aufweisen.




