Autor Dr. Bernd Rademacher Redakteur, cav chemie anlagen verfahren
cav: Der Ausgangsstoff für Pharmawasser ist Trinkwasser. Während die Pharmawasserstandards weltweit klar definiert sind, können die Trinkwasserqualitäten deutlich voneinander abweichen. Welche Auswirkungen hat dies auf die Pharmawassererzeugung?
Stautmeister: Die WHO schreibt zwar Mindestqualitätsanforderungen für das Trinkwasser vor, doch diese werden oft in vielen Ländern nicht erreicht. Daher unterscheiden sich die Vorbehandlungstechnologien im Vorfeld der Pharmawasserproduktion regional teilweise deutlich, um die eigentliche Hauptaufbereitungstechnologie sicher betreiben zu können. Nur wenn Sie der Pharmawasseraufbereitung vorne die passende Trinkwasserqualität zuführen, können Sie am Ende der Aufbereitung zuverlässig ein Qualitätsprodukt erwarten. Und diese Zuverlässigkeit ist für unsere Anwender essenziell, denn es wird häufig nicht redundant gefahren.
cav: Dass heißt, beim Kunden steht nur eine Anlage zur Pharmawassererzeugung?
Stautmeister: Ja, das ist richtig. Die Anwender verlassen sich oft auf eine einzige Anlage bei der Erzeugung ihrer Reinstmedien. Daher steht das Thema Zuverlässigkeit ganz oben auf der Agenda. Denn wenn die Reinstmedienerzeugung steht, steht innerhalb weniger Stunden auch die komplette Produktion. Dies kann je nach Produkt Ausfälle von mehreren Hunderttausend Euro zur Folge haben, was es natürlich zu verhindern gilt.
cav: Und wie machen Sie das?
Stautmeister: Wir haben mittlerweile 50 Jahre Erfahrung im Umgang mit Reinstmedien. Unser Anspruch ist es, nicht nur gute und zuverlässige Anlagen zu bauen, sondern eben auch passende Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen zur Verfügung zu stellen. So braucht sich der Kunde nicht um seine Reinstwasseranlage zu kümmern, sondern kann sich ganz seiner Produktion widmen.
cav: Inwieweit sind heute Dienstleistungen im Pharmawasseranlagenbau gefragt?
Stautmeister: Dienstleistungen seitens der Hersteller werden immer wichtiger, weil auf Kundenseite mit immer weniger Betriebspersonal immer komplexere Systeme betrieben werden müssen. Wir bieten daher vom Rohwasser bis zur Verbrauchsstelle den kompletten Service über unsere Anlagen, inklusive Kalibrierung und Dokumentationsupdates, die im regulierten Umfeld ganz wichtig sind. Denn ohne die passende Dokumentation und Validierung darf der Anwender die Anlage nicht betreiben. Man kann es in etwa so zusammenfassen: Früher waren wir Anlagenbauer, heute sind wir auf dem Weg zum Dienstleister mit angeschlossenem Anlagenbau.




