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    Auf der Interpack 2011 zeigt Romaco erstmals die elektronische Tabletten- und Kapselzählmaschine Bosspak VTC 80. Durch ihre superschnellen Zählsensoren
    Veröffentlicht
    06. Mai 2011
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    Der Autor: Horst Nieder Produktmanager, Romaco Bosspak

    Die primäre Verpackung von pharmazeutischen Feststoffen in Flaschen ist vor allem in Nordamerika sowie im arabischen Raum weit verbreitet. Hier wird ein Großteil der Tabletten und Kapseln, sowohl für den privaten als auch für den klinischen Gebrauch, in Flaschen angeboten. In Europa hingegen hat sich diese Art der Verpackung hauptsächlich bei Nahrungsergänzungsmitteln wie zum Beispiel Vitaminpräparaten durchgesetzt. Aber auch in Plastikflaschen gefüllte Kaugummidragées werden im Einzelhandel vertrieben.

    Mit der Technologie des Zählens und Abfüllens von Produkten in Flaschen sind die europäischen Hersteller und Lohnverpackungsunternehmen also bestens vertraut. So beliefern zahlreiche europäische Pharmaunternehmen ihre außereuropäischen Märkte mit Arzneimitteln, die sie zu diesem Zweck in Flaschen füllen. Für diese Art der Primärverpackung werden Zähltechnologien eingesetzt, die Tabletten, Oblongs, Hart- oder Weichgelatinekapseln verarbeiten. Dabei erfüllen diese Maschinen eine Doppelfunktion: Zum einen zählen sie die Produkte, zum anderen füllen sie die Medikamente direkt in Glas- oder Plastikflaschen ab.

    Ein großer europäischer Pharmaproduzent nutzt die Zähltechnologie beispielsweise zur Primärverpackung von Schmerzmitteln in Flaschen. Zwei bis drei Mal pro Woche stehen Produktwechsel an, die vom Maschinenbedienpersonal durchgeführt werden. Einrichtung und Steuerung der Zählmaschine erfolgen über ein ergonomisches Operatorpanel, dem sämtliche produktionsrelevante Daten hinterlegt sind. Auf diese Weise können alle Informationen und Parameter schnell aufgerufen, eingelesen oder ausgewertet werden. Eine komplexe Software ist die Voraussetzung für die effiziente Durchführung und Koordination der Zähl- und Füllprozesse.

    Die Tabletten- und Kapselzählmaschine Boss-pak VTC 80 von Romaco überzeugt durch ihre besondere Zähltechnologie. Während der Produktion werden die Pharmazeutika den Zählsystemen über formatfreie Vibrationsrinnen zugeführt. Jede der zwölf Zählstationen ist mit Hochgeschwindigkeitszählsensoren ausgestattet. Diese erfassen die Produkte mit einer Leistung von 34 000 Scans pro Sekunde. Dabei basiert das System auf den Prinzipien der optischen Messtechnik. Es misst die Dunkelzeit, die entsteht, wenn die Produkte die Infrarotsensoren passieren. Anhand der Messintervalle lassen sich Anzahl, Größe und Spezifikationen der zu zählenden Produkte genauestens kontrollieren. Die elektronischen Tablettenzählsysteme sind daher in der Lage, Bruchstücke oder fehlerhafte Pharmazeutika umgehend zu identifizieren. Sämtliche Informationen werden von integrierten Mikroprozessoren ausgewertet. Auf der Grundlage dieser Daten steuern diese intelligenten Systeme die Zählvorgänge. Nach Chargenwechseln liest die Technologie die neuen Produktspezifikationen selbstständig ein und definiert die Standardmaße. Lediglich die zugelassenen Toleranzen werden per Hand eingegeben. Darüber hinaus gleichen die Mikroprozessoren Staubablagerungen, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit während der laufenden Produktion automatisch aus. Da sich die Systeme selbst regulieren, entfällt die zeitintensive und aufwendige Kalibrierung der Zählstationen. Eine hohe Gesamtanlageneffektivität ist die Folge.

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    Die integrierten Mikroprozessoren regeln neben den Zählvorgängen auch die Abfüllung der Pharmazeutika. Hierfür wird die Zählmenge in zwei Auffangbehältern gesammelt, bevor die Produkte durch Trichter in die bereit stehenden Flaschen gefüllt werden. Das Vorzählsystem bietet den Vorteil, dass die Zählvorgänge für die Abfüllung der aktuellen Zählmenge nicht unterbrochen werden müssen. Zu diesem Zweck werden die Produkte der nachfolgenden Zählmenge auf speziellen Schiebern zwischengelagert. Durch den Einsatz dieser Zwischenbehälter direkt unterhalb der Zählstationen ist es möglich, den Abfüllprozess vielfältig zu variieren.

    Große Produkte lassen sich zum Beispiel einzeln abfüllen anstatt als Bulk. So wird Tablettenstaus im Flaschenhals vorgebeugt. Optional können kleine Zählmengen auch direkt aus den Zwischenbehältern in die Flaschen gefüllt werden. Bei dieser Vorgehensweise addiert das System die aktuelle Zählmenge auf den jeweiligen Schiebern und definiert synchron die darauf folgende Zählung. Auf diese Weise lassen sich die Abfüllgeschwindigkeiten signifikant erhöhen.

    Um die Kapazitäten der Zählmaschine optimal zu nutzen, werden die Pharmazeutika den Zählstationen über formatfreie Vibrationsrinnen zugeführt. Dabei lässt sich der Grad der Vibration sehr genau einstellen. Ziel ist, dass sich die Produkte nahtlos in den Zuführrinnen aneinanderreihen und die Zählstationen direkt hintereinander durchlaufen. Dabei erzielt die Bosspak VTC 80 eine maximale Ausbringung von 80 Flaschen pro Minute, die baugleiche VTC 140 erreicht eine Verpackungsleistung von 140 Flaschen pro Minute. Aufgrund des formatfreien Aufbaus des Anlagenkonzepts, lassen sich Produkt- und Packmittelwechsel äußerst schnell durchführen.

    Die Produktzuführrinnen müssen für einen Wechsel lediglich gereinigt, jedoch nicht durch neue Formate ersetzt werden. Das spart Zeit und Kosten. Dabei ist die Maschine so gebaut, dass sämtliche Abläufe jederzeit einsehbar sind. Bei der Befüllung von unterschiedlich großen Flaschen wird die Höhe der Fülltrichter entsprechend angepasst. Hierfür lässt sich der Abfüllbereich unterhalb der Zählstationen vertikal in die richtige Position fahren. Die Höhe des gesamten Maschinenkorpus bleibt dabei konstant, was die Bedienung der Anlage insgesamt erleichtert.

    Elektronische Tabletten- und Kapselzählmaschinen sind in der Regel in komplexe Linienkonzepte eingebunden. Zunächst werden die Packmittel zugeführt. Plastikflaschen etwa werden von Flaschenaufstellmaschinen der Reihe nach auf das Transportband befördert. Anschließend werden die Flaschen in speziellen Anlagen mit Luft gereinigt. Daraufhin erreichen sie die Zählmaschine und werden mit Produkt befüllt. Nun erfolgt die Zugabe von Trockenmitteln; bei Lieferungen für den amerikanischen Markt ist zudem die Beigabe von Cottonpads üblich. Verschlossen werden die Flaschen wahlweise mit Schraub- oder Aufdrückkappen. Dann durchlaufen sie die Etikettiermaschine. Bei Bedarf steht ein Horizontalkartonierer von Romaco Promatic bereit, der die Flaschen samt Patienteninformation in Faltschachteln verpackt.

    Halle 16, Stand C13

    Online-Info: www.cav.de/0511400

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