Der Autor: Horst Nieder Produktmanager, Romaco Bosspak
Die primäre Verpackung von pharmazeutischen Feststoffen in Flaschen ist vor allem in Nordamerika sowie im arabischen Raum weit verbreitet. Hier wird ein Großteil der Tabletten und Kapseln, sowohl für den privaten als auch für den klinischen Gebrauch, in Flaschen angeboten. In Europa hingegen hat sich diese Art der Verpackung hauptsächlich bei Nahrungsergänzungsmitteln wie zum Beispiel Vitaminpräparaten durchgesetzt. Aber auch in Plastikflaschen gefüllte Kaugummidragées werden im Einzelhandel vertrieben.
Mit der Technologie des Zählens und Abfüllens von Produkten in Flaschen sind die europäischen Hersteller und Lohnverpackungsunternehmen also bestens vertraut. So beliefern zahlreiche europäische Pharmaunternehmen ihre außereuropäischen Märkte mit Arzneimitteln, die sie zu diesem Zweck in Flaschen füllen. Für diese Art der Primärverpackung werden Zähltechnologien eingesetzt, die Tabletten, Oblongs, Hart- oder Weichgelatinekapseln verarbeiten. Dabei erfüllen diese Maschinen eine Doppelfunktion: Zum einen zählen sie die Produkte, zum anderen füllen sie die Medikamente direkt in Glas- oder Plastikflaschen ab.
Ein großer europäischer Pharmaproduzent nutzt die Zähltechnologie beispielsweise zur Primärverpackung von Schmerzmitteln in Flaschen. Zwei bis drei Mal pro Woche stehen Produktwechsel an, die vom Maschinenbedienpersonal durchgeführt werden. Einrichtung und Steuerung der Zählmaschine erfolgen über ein ergonomisches Operatorpanel, dem sämtliche produktionsrelevante Daten hinterlegt sind. Auf diese Weise können alle Informationen und Parameter schnell aufgerufen, eingelesen oder ausgewertet werden. Eine komplexe Software ist die Voraussetzung für die effiziente Durchführung und Koordination der Zähl- und Füllprozesse.
Die Tabletten- und Kapselzählmaschine Boss-pak VTC 80 von Romaco überzeugt durch ihre besondere Zähltechnologie. Während der Produktion werden die Pharmazeutika den Zählsystemen über formatfreie Vibrationsrinnen zugeführt. Jede der zwölf Zählstationen ist mit Hochgeschwindigkeitszählsensoren ausgestattet. Diese erfassen die Produkte mit einer Leistung von 34 000 Scans pro Sekunde. Dabei basiert das System auf den Prinzipien der optischen Messtechnik. Es misst die Dunkelzeit, die entsteht, wenn die Produkte die Infrarotsensoren passieren. Anhand der Messintervalle lassen sich Anzahl, Größe und Spezifikationen der zu zählenden Produkte genauestens kontrollieren. Die elektronischen Tablettenzählsysteme sind daher in der Lage, Bruchstücke oder fehlerhafte Pharmazeutika umgehend zu identifizieren. Sämtliche Informationen werden von integrierten Mikroprozessoren ausgewertet. Auf der Grundlage dieser Daten steuern diese intelligenten Systeme die Zählvorgänge. Nach Chargenwechseln liest die Technologie die neuen Produktspezifikationen selbstständig ein und definiert die Standardmaße. Lediglich die zugelassenen Toleranzen werden per Hand eingegeben. Darüber hinaus gleichen die Mikroprozessoren Staubablagerungen, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit während der laufenden Produktion automatisch aus. Da sich die Systeme selbst regulieren, entfällt die zeitintensive und aufwendige Kalibrierung der Zählstationen. Eine hohe Gesamtanlageneffektivität ist die Folge.




