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    Authentifizierung mit RFID
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    Branche & Markt

    Authentifizierung mit RFID

    Die Authentifizierung mittels RFID ermöglicht eine sichere und auch praktikable Benutzeridentifikation in GMP-regulierten Produktionsumgebungen.
    Veröffentlicht
    15. Mai 2025
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    In produktionsnahen Bereichen, in denen mehrere Mitarbeiter Maschinen und Terminals gemeinsam nutzen, sind einfache Zugangslösungen wie Passwortnotizen am Gerät oftmals gängige Praxis. Dieses Vorgehen stellt insbesondere in GMP-regulierten Produktionsumgebungen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da sich damit auch unbefugte Personen Zugriff auf Systeme verschaffen können. Eine sichere und auch praktikable Benutzeridentifikation ermöglicht die Authentifizierung mittels RFID.

    Mit der EU-Richtlinie NIS2 und dem Cyber Resilience Act werden risikobasierte Sicherheitsmaßnahmen in industriellen Anwendungen vorgeschrieben. Gefordert werden unter anderem eine eindeutige Benutzeridentifikation, Zugriffsbeschränkung und je nach Risikoprofil die Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung. Zusätzlich definieren Branchen-Standards wie IEC 62443-4-2 oder Annex 11 des EU-GMP-Leitfadens konkrete Anforderungen an Authentifizierungsmechanismen, Benutzerverwaltung und Audit-Trail-Funktionalität. Systeme zur elektronischen Benutzeranmeldung müssen diesen Anforderungen künftig standardmäßig genügen.

    Kontaktlose RFID-Authentifizierung

    RFID-basierte Authentifizierungssysteme bieten eine zuverlässige, schnelle und eindeutig zuordenbare Möglichkeit, Benutzerzugriffe zu steuern. Mitarbeiter halten ihren Werks- oder Mitarbeiterausweis an ein integriertes Lesegerät, das den Zugriff auf das System entsprechend der hinterlegten Benutzerrechte freigibt. Die Anmeldung erfolgt kontaktlos, innerhalb von Sekunden und oftmals ganz ohne manuelle Passworteingabe. Das kann einen Effizienzvorteil in Umgebungen mit Schutzausrüstung oder häufigem Nutzerwechsel bieten.

    Die modularen Industrie-HMIs der Baureihen Visunet GXP und Visunet FLX von Pepperl+Fuchs verfügen über optional integrierte RFID-Reader, die auch für explosionsgefährdete Bereiche bis Atex/IECEx-Zone 1/21 und Div. 2 zertifiziert sind. Die integrierte RFID-Komponente basiert auf dem RFID20-Modul von Pepperl+Fuchs, das gängige RFID-Standards wie Legic und
    Mifare unterstützt. Zudem ist die RFID20-Komponente kompatibel mit führenden Identifikations- und Authentifizierungssystemen wie PM-Logon von Siemens, LogOnPlus von Obion oder der Connected Worker Platform von Nymi. So lassen sich die Vorteile der RFID-Authentifizierung auch im GMP-regulierten und Ex-Bereich nutzen.

    Flexible je nach Anwendung

    Die RFID-Authentifizierung kann je nach Sicherheitsbedarf erweitert werden. Eine mögliche Ausbaustufe ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung, bei der der Zugriff auf ein System erst nach erfolgreichem RFID-Scan und anschließender Passwort- oder PIN-Eingabe gewährt wird. So wird verhindert, dass eine verlorene oder entwendete Karte allein zum Zugriff ausreicht.

    Für besonders sensible Anwendungen, etwa in der pharmazeutischen Wirkstoffproduktion, gewinnen biometrische Authentifizierungslösungen zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel ist das Nymi Band: ein tragbares Armband, das per biometrischer Verifikation, etwa über einen integrierten Fingerabdrucksensor, eindeutig dem Träger zugeordnet wird. Nach der einmaligen Authentifizierung bleibt der Nutzer dauerhaft identifiziert, wodurch wiederholte Passwort- oder Karteneingaben entfallen.

    In Verbindung mit Systemen wie PAS-X von Körber kann das Band für elektronische Signaturen, Chargenfreigaben und eine lückenlose Benutzerprotokollierung genutzt werden. Dank der integrierten RFID-Lesegeräte in den Visunet FLX- und Visunet GXP-Bedienstationen lassen sich diese Funktionen direkt am Ort des Geschehens nutzen – ohne zusätzliches Equipment und auch in GMP-regulierten oder explosionsgefährdeten Bereichen. So entsteht ein durchgängiger und sicherer Authentifizierungsprozess, der sich nahtlos in bestehende Produktionsabläufe integrieren lässt.

    Zentralisierte Verwaltung

    Insbesondere in größeren Anlagen werden vermehrt Thin-Client-HMIs eingesetzt, die eine zentrale Verwaltung der Geräte erlauben. Der administrative Aufwand wird reduziert, da sich Konfigurationen, etwa bestehende Remote-Verbindungen zu MES- oder DCS-Systemen, auf neue Geräte übertragen lassen und Softwareupdates zentral und zeitgleich ausgerollt werden können.

    Eine besonders effiziente Verwaltung bietet dabei die Visunet RM Shell in Kombination mit dem Management-Tool Visunet Control Center von Pepperl+Fuchs. Die Thin-Client-Management-Software ermöglicht eine zentrale Konfiguration der Geräte und das gleichzeitige Updaten aller Visunet-HMIs. Daneben können die Bedienstationen nahtlos in eine Domäne, beispielsweise Active Directory, eingebunden werden. Dadurch wird eine konsistente Benutzer- und Rechteverwaltung auf Basis domänengestützter Gruppenrichtlinien möglich. Rechte können zentral vergeben, geändert oder entzogen werden, und nicht mehr aktive Benutzerkonten lassen sich automatisiert sperren oder löschen. Auch die Konfiguration der integrierten RFID-Reader lässt sich bequem über die Visunet RM Shell vornehmen.

    Sicherheit und Bedienkomfort

    Der Einsatz von RFID-Technologie zur Nutzerauthentifizierung bietet für die pharmazeutische Industrie eine praxisnahe Antwort auf die gestiegenen Anforderungen an Cybersicherheit und Datenintegrität. Lösungen wie die HMIs der Visunet-Reihe mit integriertem RFID-Reader und zentralem Management über die Visunet RM Shell und das Visunet Control Center ermöglichen eine sichere, skalierbare und gleichzeitig benutzerfreundliche Zugriffskontrolle – auch im Ex-Bereich.

    Durch die Einbindung in Active Directory, die Unterstützung von Multi-Faktor-Authentifizierung und die Option zur Integration biometrischer Systeme unterstützen die Visunet-Lösungen den Aufbau eines modernen und zukunftsfähigen Zugriffskonzepts. Sie fügen sich nahtlos in bestehende IT- und Produktionsstrukturen ein und erleichtern die Umsetzung aktueller Sicherheitsanforderungen bei gleichzeitig hoher Anwenderfreundlichkeit in der Betriebspraxis.

    RFID ersetzt dabei weit mehr als nur den klassischen Passwort-Zettel am Gerät. Es bildet die Grundlage für eine sichere, skalierbare und anwenderfreundliche Produktionsumgebung, die bereit ist für die Anforderungen von heute und morgen.

    Pepperl+Fuchs SE, Mannheim

    Autor: Yannick Klein

    Produkt Marketing Manager,

    Pepperl+Fuchs

    Pharma

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