Wie groß die Dynamik in der Pharmabranche gerade ist, wurde jüngst deutlich, als es um die Entwicklung und Herstellung von Covid-19 Impfstoffen ging. Geschwindigkeit war gefragt und das stellte natürlich auch alle Hersteller aseptischer Abfüll- und Verpackungsanlagen vor große Herausforderungen. Der süddeutschen Spezialmaschinenherstellers Bausch+Ströbel zeigt, wie eine Inbetriebnahme in kurzer Zeit gelingen kann.
Die Corona-Pandemie erforderte rasches Handeln von allen Verantwortlichen. Daher heben die Pharmafirmen die Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten in Angriff genommen, sobald klar war, dass es wirksame Covid-19-Impfstoffe geben wird, jedoch noch nicht feststand, ob ihr Impfstoff eine Zulassung bekommen würde. „Ohne diese vorlaufenden Maßnahmen wäre eine schnelle Versorgung mit dem Impfstoff nicht möglich gewesen“, ist sich Dr. Hagen Gehringer sicher, Geschäftsführer beim süddeutschen Spezialmaschinenhersteller Bausch+Ströbel, sicher. Im Zuge dessen kamen auch bei Bausch+Ströbel bereits im März 2020 die erten Anfragen an Maschinentechnik an. So wurde z. B. eine Etikettiermaschine explizit für die Verarbeitung eines künftigen Impfstoffs bestellt, die wenige Monate später ausgeliefert werden konnte.
Eine komplette vollautomatische Abfüll- und Verpackungsanlage für die aseptische Abfüllung im Pharmabereich benötigt jedoch in der Regel deutlich mehr Vorlauf. Um möglichst schnell genügend Verarbeitungslinien für die Herstellung der neuen Medikamente verfügbar zu machen, ging es in dieser ersten Phase darum, bereits bestellte Anlagen schnell in Betrieb zu nehmen und parallel dazu bestehende Anlagen für diesen speziellen Einsatz umzurüsten. Nur so gelang es, die Produktion schnell hochzufahren, um die Märkte in kürzester Zeit zu beliefern.
Auch die schnelle Umrüstung bestehender Linien stellt die Anlagenbauer vor Herausforderungen: Hier müssen in kürzester Zeit neue Formatsätze erstellt oder Füllversuche durchgeführt werden, die sicher stellen, dass der jeweilige Impfstoff auch optimal auf den jeweiligen Anlagen verarbeitet wird. Welches Dosierverfahren ist das beste, bei welchen Umgebungsparametern wird das beste Ergebnis erzielt? Das sind Fragestellungen, die in dieser Phase geklärt werden. In der Regel bieten die Anlagenbauer diese Tests in eigenen Versuchsräumen an.
Neue Wirkstoffe schnell an den Markt bringen
Das Thema Covid-19 zeigt deutlich auf, worauf es in der Pharmabranche seit Jahren ankommt: Neue Wirkstoffe so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen und dabei schneller zu sein als der Wettbewerb. Weltweit gibt es eine große Nachfrage nach Medikamenten und Impfstoffen für die möglichst rasch Anlagen zur Verfügung gestellt werden müssen.




