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    Abfüllen und Verpacken in Pandemiezeiten
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    Branche & Markt

    Abfüllen und Verpacken in Pandemiezeiten

    Bei der Abfüllung und Verpackung von Covid-19-Impfstoffen waren Schnelligkeit und Flexibilität gefragt. Bausch+Ströbel zeigt, wie eine Inbetriebnahme in kurzer Zeit gelingen kann.
    Veröffentlicht
    16. September 2021
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    Wie groß die Dynamik in der Pharmabranche gerade ist, wurde jüngst deutlich, als es um die Entwicklung und Herstellung von Covid-19 Impfstoffen ging. Geschwindigkeit war gefragt und das stellte natürlich auch alle Hersteller aseptischer Abfüll- und Verpackungsanlagen vor große Herausforderungen. Der süddeutschen Spezialmaschinenherstellers Bausch+Ströbel zeigt, wie eine Inbetriebnahme in kurzer Zeit gelingen kann.

    Die Corona-Pandemie erforderte rasches Handeln von allen Verantwortlichen. Daher heben die Pharmafirmen die Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten in Angriff genommen, sobald klar war, dass es wirksame Covid-19-Impfstoffe geben wird, jedoch noch nicht feststand, ob ihr Impfstoff eine Zulassung bekommen würde. „Ohne diese vorlaufenden Maßnahmen wäre eine schnelle Versorgung mit dem Impfstoff nicht möglich gewesen“, ist sich Dr. Hagen Gehringer sicher, Geschäftsführer beim süddeutschen Spezialmaschinenhersteller Bausch+Ströbel, sicher. Im Zuge dessen kamen auch bei Bausch+Ströbel bereits im März 2020 die erten Anfragen an Maschinentechnik an. So wurde z. B. eine Etikettiermaschine explizit für die Verarbeitung eines künftigen Impfstoffs bestellt, die wenige Monate später ausgeliefert werden konnte.

    Eine komplette vollautomatische Abfüll- und Verpackungsanlage für die aseptische Abfüllung im Pharmabereich benötigt jedoch in der Regel deutlich mehr Vorlauf. Um möglichst schnell genügend Verarbeitungslinien für die Herstellung der neuen Medikamente verfügbar zu machen, ging es in dieser ersten Phase darum, bereits bestellte Anlagen schnell in Betrieb zu nehmen und parallel dazu bestehende Anlagen für diesen speziellen Einsatz umzurüsten. Nur so gelang es, die Produktion schnell hochzufahren, um die Märkte in kürzester Zeit zu beliefern.

    Auch die schnelle Umrüstung bestehender Linien stellt die Anlagenbauer vor Herausforderungen: Hier müssen in kürzester Zeit neue Formatsätze erstellt oder Füllversuche durchgeführt werden, die sicher stellen, dass der jeweilige Impfstoff auch optimal auf den jeweiligen Anlagen verarbeitet wird. Welches Dosierverfahren ist das beste, bei welchen Umgebungsparametern wird das beste Ergebnis erzielt? Das sind Fragestellungen, die in dieser Phase geklärt werden. In der Regel bieten die Anlagenbauer diese Tests in eigenen Versuchsräumen an.

    Neue Wirkstoffe schnell an den Markt bringen

    Das Thema Covid-19 zeigt deutlich auf, worauf es in der Pharmabranche seit Jahren ankommt: Neue Wirkstoffe so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen und dabei schneller zu sein als der Wettbewerb. Weltweit gibt es eine große Nachfrage nach Medikamenten und Impfstoffen für die möglichst rasch Anlagen zur Verfügung gestellt werden müssen.

    Pharma

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    Zudem verschieben sich Märkte und der Trend zur personalisierten Medizin. Diese fordert neue Anlagenkonzepte. „Das beschäftigte uns bereits vor der Corona-Pandemie“, so Dr. Hagen Gehringer. Hier reagiert man in Ilshofen auch mit Kapazitätserweiterungen – sowohl personell als auch räumlich.

    Priorisierung erforderlich

    Die Kapazitäten der Anlagenbauer könnten eben nicht in kürzester Zeit so erweitert werden, dass zahlreiche zusätzliche Aufträge angenommen werden können. Aufbau von Fachpersonal und auch der Ausbau von Produktionsflächen sind grundsätzlich nicht unbegrenzt möglich – und benötigten darüber hinaus Zeit. Auch Anlagen, die andere wichtige Medikamente produzieren, dürfen nicht aus dem Blick geraten

    Für Dr. Gehringer gibt es hier aktuell nur einen Weg: faires Priorisieren. „Natürlich erfordert Covid-19 eine hohe Priorisierung bei der Umsetzung der schnellen Impfstoffverfügbarkeit. Es gibt aber nach wie vor auch andere Krankheiten, für die ebenfalls Therapien zur Verfügung gestellt werden müssen“.

    Vorausschauend planen

    Nach dem ersten Hochlaufen der Produktion planen die Pharmaunternehmen bereits weiter und investeiren schon jetzt in neue Anlagen. Denn inzwischen ist sicher, dass Covid-19 eine in Zeitabständen zu wiederholende Impfung erfordert. Dies zielt über die Erstversorgung hinaus und betrifft in der Konsequenz auch die Anlagenbauer: Derzeit werden die Impfstoffe vorwiegend in kleinen Fläschchen, den Vials abgefüllt. Künftig werden sie aber sicher, wie andere gängige Medikamente auch, in Einmalspritzen angeboten werden – was andere Abfüll- und Verpackungsanlagen erfordert.

    Dasselbe gilt für die Produktion von Medikamente zur Behandlung von Covid-19 – auch hier haben die Pharmaunternehmen ihre Produktion von verschiedenen Wirkstoffen bereits zu einer Zeit hochgefahren, in der noch nicht endgültig erwiesen war, ob das jeweilige Medikament tatsächlich sinnvoll in die Therapie eingebunden werden kann.

    Digitale Werkzeuge sparen Zeit

    Die Arbeit in den Büros, Fertigungs- und Montagehallen der Anlagenbauer selbst ist aber nur ein Teil der Aufgabe. Vieles kann hier vorbereitet werden – doch manche Arbeiten müssen bei der Inbetriebnahme der Anlage direkt beim Kunden ausgeführt werden. Durch den Einsatz digitaler Werkzeuge wie den Remoteservices von Bausch +Ströbel können diese Prozesse gelingen, auch wenn kein Zugang zum Werk des Kunden möglich ist. Glücklicherweise war de Spazialmaschnienhersteller bei der Einführung dieser Technologien schon vor der Pandemie sehr weit.

    Doch nicht alles lässt sich aus der Ferne lösen; zahlreiche Arbeiten müssen dann doch von Technikern oder Programmieren vor Ort geleistet werden. Da in jedem Land die Situation anders ist und für jeden Einsatz andere Bestimmungen und Sicherheitsvorkehrungen der Pharmaunternehmen gelten, sind die Planungen von Serviceeinsätze mit weit mehr Aufwand verbunden als vor der Pandemie. Die derzeitige Situation wird den Trend im Spezialmaschinenbau, möglichst flexible Anlagen anzubieten, die mit geringem Aufwand und in kurzer Zeit auf andere Packmittel und andere Medikamente umgerüstet werden können, noch verstärken.

    Bausch + Ströbel Maschinenfabrik Ilshofen GmbH+Co. KG., 74532 Ilshofen

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