Die Verwaltungsschale (englisch: Asset Administration Shell, AAS) ist ein standardisiertes digitales Repräsentationskonzept für industrielle Assets, das im Rahmen der Plattform Industrie 4.0 entwickelt und in der IEC 63278-1 normiert wurde. Sie fungiert als einheitliche, maschinenlesbare Schnittstelle, über die alle relevanten Informationen eines Assets – von technischen Stammdaten und Dokumentation über Betriebszustands-Daten bis hin zu Lebenszyklusdaten – strukturiert abgelegt und ausgetauscht werden. Die AAS gliedert sich in Teilmodelle (Submodels), die spezifische Informationsdomänen wie Identifikation, Betriebsparameter oder Wartungshistorie kapseln. Standardisierte Teilmodell-Templates, die von der IDTA (Industrial Digital Twin Association) geprüft und veröffentlicht werden, gewährleisten Interoperabilität zwischen verschiedenen Herstellern und Systemen. Technisch wird die AAS als HTTP/REST-API oder als dateibasiertes Paketaustauschformat (AASX, Part 5 der IDTA-Spezifikation) realisiert; die API-Spezifikation ist dabei technologieneutral und unterstützt HTTP/REST, OPC UA sowie MQTT. In Kombination mit Kommunikationsstandards wie OPC UA oder MQTT ermöglicht die Verwaltungsschale die nahtlose vertikale und horizontale Integration von Assets entlang der gesamten Wertschöpfungskette und bildet eine technische Grundlage für industrielle Datenraum-Ökosysteme wie Gaia-X, IDS (International Data Spaces) und Catena-X.
V
Verwaltungsschale (Asset Administration Shell)
Industrie 4.0 & IIoTQuelle: wirautomatisierer-Redaktion