Ein Manufacturing Execution System (MES) ist eine softwaregestützte Systemkategorie zur Steuerung, Überwachung und Dokumentation von Fertigungsprozessen in Echtzeit. Es bildet die funktionale Schicht zwischen der Automatisierungsebene (SPS, SCADA) und der betriebswirtschaftlichen Planungsebene (ERP) und ist nach ISA-95 (IEC 62264) auf Level 3 der Automatisierungspyramide eingeordnet. Kernfunktionen sind gemäß MESA-11 und VDI-Richtlinie 5600 u. a. Feinplanung und Auftragssteuerung, Ressourcen- und Betriebsmittelverwaltung, Materialverfolgung, Qualitätsmanagement sowie Datenerfassung und Leistungsanalyse inkl. Kennzahlen wie OEE (Overall Equipment Effectiveness). Die übergeordnete Produktionsplanung (Grobplanung) verbleibt im ERP; das MES übernimmt die operative Feinplanung. Durch die bidirektionale Anbindung an ERP-Systeme empfängt das MES Fertigungsaufträge, Arbeitspläne und Stücklisten und liefert Rückmeldungen zu Ist-Mengen, Ausschuss und Durchlaufzeiten. Die Integration mit der Feldebene erfolgt über standardisierte Protokolle wie OPC UA oder proprietäre Treiber. Moderne MES-Architekturen entwickeln sich in Richtung modularer, serviceorientierter Plattformen, die sich flexibel an variierende Produktionsstrukturen anpassen lassen und IIoT-Datenströme sowie KI-gestützte Analysen einbinden. In regulierten Branchen wie Pharmazeutik oder Medizintechnik erfüllt das MES zudem Anforderungen an lückenlose Rückverfolgbarkeit und elektronische Chargenprotokolle.
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Manufacturing Execution System (MES)
Industrie 4.0 & IIoTQuelle: wirautomatisierer-Redaktion