Motion Control bezeichnet die Gesamtheit der hard- und softwareseitigen Methoden zur koordinierten Steuerung und Regelung von Bewegungsabläufen in Maschinen und Anlagen. Dies umfasst die Bahnplanung (Trajektoriengenerierung), Interpolation mehrerer Achsen, Synchronisation sowie die Führungsgrößenaufbereitung für unterlagerte Antriebsregler. Motion-Control-Systeme sind entweder als dedizierte Hardware-Bewegungssteuerungen (Motion Controller) oder als Softwarefunktionen in SPS-Umgebungen – etwa nach IEC 61131-3 mit dem PLCopen-Motion-Control-Funktionsbaustein-Standard – implementiert. Mehrachssysteme erfordern deterministische Echtzeit-Kommunikation zwischen Steuerung und Antrieben, weshalb Feldbusse wie EtherCAT, SERCOS III oder PROFINET IRT eingesetzt werden. Typische Aufgaben sind Punkt-zu-Punkt-Positionierung, elektronische Kurvenscheiben (Cam Profiling), elektronische Getriebe (Gearing) sowie komplexe CNC-Interpolation. Anwendungsgebiete umfassen Verpackungsmaschinen, Druckmaschinen, Roboter, Werkzeugmaschinen und Montageautomaten. Die Güte eines Motion-Control-Systems bemisst sich an Bahngenauigkeit, Synchronizität, Zykluszeit und der Fähigkeit zur schnellen Reaktion auf Störereignisse.
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Motion Control
AntriebstechnikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion