Lastmanagement umfasst alle Maßnahmen zur gezielten Steuerung und Verlagerung elektrischer Verbraucher in einem Industrie- oder Gewerbebetrieb mit dem Ziel, Lastspitzen zu reduzieren, Netzentgelte zu minimieren und eine gleichmäßigere Netzauslastung zu erzielen. Grundlage ist die messtechnische Erfassung der aktuellen Wirkleistungsaufnahme aller relevanten Verbraucher sowie die Kenntnis von Tarifstufen und Leistungspreiskomponenten des Stromtarifs. Technisch wird zwischen aktivem Lastmanagement, bei dem Verbraucher automatisiert ab- oder zugeschaltet sowie Lasten gezielt in günstige Tarifffenster verschoben werden, und passivem Lastmanagement unterschieden, das Lastüberschreitungen messtechnisch erfasst, meldet und Handlungsbedarf an das Personal signalisiert, ohne selbst steuernd einzugreifen. In automatisierten Produktionsumgebungen übernehmen Energy-Management-Controller oder übergeordnete SCADA-Systeme die Priorisierung und Abschaltreihenfolge von Verbrauchern anhand definierter Regeln und Prozessanforderungen. Demand-Response-Programme ermöglichen es Industriebetrieben zudem, auf Signale von Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern sowie Aggregatoren zu reagieren und Flexibilitätspotenziale etwa über Regelenergiemärkte zu vermarkten. Kritisch ist die Abstimmung mit Produktionsplanungs- und Leitsystemen, um Eingriffe in laufende Prozesse zu vermeiden.
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Lastmanagement
EnergieeffizienzQuelle: wirautomatisierer-Redaktion