Ein Human-Machine-Interface (HMI) ist die Schnittstelle zwischen Bedienpersonal und einer technischen Anlage oder Maschine. Es ermöglicht die Visualisierung von Prozesszuständen, die Bedienung von Steuerungsfunktionen sowie die Anzeige von Alarm- und Diagnoseinformationen. HMIs können als Panel-PCs, Industrie-Touchscreens oder als softwarebasierte Lösungen auf Standard-Hardware realisiert werden. Die Kommunikation mit unterlagerten Steuerungen erfolgt über Ethernet-basierte Protokolle wie OPC UA oder herstellerspezifische Treiber (z. B. EtherNet/IP, S7-Kommunikation); PROFINET ist dabei primär als Feldbus zwischen Steuerung und Feldgeräten positioniert, nicht als direktes HMI-Kommunikationsprotokoll. Moderne HMI-Entwicklungsumgebungen bieten Bibliotheken vordefinierter Bedienelemente sowie Mechanismen zur Mehrsprachigkeit und Rechteverwaltung. Usability-Anforderungen nach Normen wie ISA-101 (bzw. IEC 63303) sowie Alarm-Management-Leitlinien wie EEMUA 191 beeinflussen zunehmend die Gestaltung industrieller Bedienoberflächen, um Bedienfehler zu minimieren. Im Unterschied zu SCADA-Systemen ist ein klassisches HMI primär maschinenlokal ausgelegt, wobei die Grenzen durch webbasierte und mobile HMI-Konzepte zunehmend verschwimmen. Typische Einsatzfelder reichen von Einzelmaschinen im Maschinenbau bis zu Anlagensegmenten in der Prozessindustrie.
H
Human-Machine-Interface (HMI)
Software & EngineeringQuelle: wirautomatisierer-Redaktion