ISO 10218 ist eine zweiteilige internationale Norm, die Sicherheitsanforderungen für Industrieroboter und Robotersysteme festlegt. Teil 1 (ISO 10218-1) richtet sich an Roboterhersteller und definiert konstruktive Sicherheitsanforderungen an den Manipulator und die Steuerung, darunter Sicherheitshaltfunktionen, Geschwindigkeitsbegrenzung, Zustimmeinrichtungen und sichere Softwaregrenzen. Teil 2 (ISO 10218-2) adressiert Systemintegratoren und Anwender und regelt die sichere Integration von Robotern in Arbeitszellen, einschließlich Schutzeinrichtungen, Risikobeurteilung, Inbetriebnahme und Validierung. Die Norm unterscheidet verschiedene Betriebsarten – Automatikbetrieb, Einrichtbetrieb mit reduzierter Geschwindigkeit sowie kollaborativen Betrieb. Mit der grundlegend überarbeiteten Fassung von 2025 wurden die Inhalte der technischen Spezifikation ISO/TS 15066 (kollaborative Roboter, einschließlich biomechanischer Grenzwerte für Kontaktkräfte und Druckbelastungen an 29 Körperregionen) direkt in ISO 10218-2 integriert; für ältere Anwendungen nach der 2011er-Fassung bleibt ISO/TS 15066 als ergänzendes Dokument relevant. In Europa ist ISO 10218 als harmonisierte Norm EN ISO 10218 unter die Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) eingeordnet und löst Konformitätsvermutung aus; die Harmonisierung unter der ab 20. Januar 2027 verbindlichen Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 ist derzeit noch im Laufen und wird für Ende 2026 erwartet. Die Risikobeurteilung nach ISO 10218-2 ist Pflichtbestandteil jeder CE-Kennzeichnung von Roboterarbeitszellen.
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ISO 10218 (Robotersicherheit)
RobotikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion