Manchmal muss man einfach die Perspektive wechseln, um zur besten Lösung zu kommen. Dies gelang einem Pharmaunternehmen und den Ingenieuren von Frewitt. Die Herausforderung war, unterschiedliche API-Produkte zügig und unter Wahrung aller Sicherheitsanforderungen auf der gleichen Mühle in einem geschlossenen System aufzubereiten.
Beim Kick-off-Meeting eines Kunden von Frewitt in Deutschland stellte sich die Frage, welches Mahlverfahren bei der Aufbereitung von API-Produkten in einem geschlossenen System am besten geeignet wäre. Die Produkte sollten mit der gleichen Mühle gemahlen und das Mahlgut dann in Container oder Fässer abgefüllt werden. Um auf ein neues Produkt zu wechseln, muss das System im WIP- oder CIP-Verfahren gereinigt werden, was mit einigem Zeitaufwand verbunden ist. In der Folge wurden verschiedene Layouts entwickelt, es entstanden neue Ansätze und wurden wieder abgeändert, bis schließlich eine verblüffend einfache, aber sehr praktische Lösung auf der Hand lag.
Zwei Kriterien spielten dabei eine besondere Rolle, Sicherheit und Zeit. Die vollständige Reinigung, Spülung und Trocknung des Mahlsystems bei Chargenwechsel bedeutet einen beträchtlichen Zeitaufwand und den wollte der Anwender schon allein aufgrund des regen Produktwechsels reduzieren. Dies dürfte aber keinesfalls auf Kosten des zweiten Faktors, der Sicherheit, gehen.
Im Vorfeld hatte man sich bereits auf die Mühle geeinigt: Die Wahl fiel auf die konische Siebmühle Coniwitt-150 mit ihrer
großen Auswahl an Sieben, der stufenlosen Regelung der Rotordrehzahl von 400 bis 2400 min-1 und einem Rotor entweder mit rechteckigem Profil für die Zerkleinerung trockener oder mit rundem für die Zerkleinerung feuchter Produkte.
Der erste Ansatz des Entwicklungsteams war, ein mobiles System mit dem Mahlkopf der Coniwitt-150 auszurüsten. Die Mahlergebnisse waren auch gut, Reinigung und Umrüsten erforderten aber viel zu viel Zeit. Die konnte man nur sparen, wenn man auf ein zweites, identisches System wechselte, das wie das erste mit einem CW150-Mahlkopf und einem Antriebssystem ausgerüstet wäre. Die Lösung war gefunden.
Die Ausgestaltung im Detail
Auf einer statischen Säule, die mittels einer Platte am Boden des Produktionsraums fixiert wird, befinden sich ein WIP-System und das Antriebssystem Fredrive. Daran kann der Mahlkopf der Coniwitt-150 angedockt werden, der als Teil des ganzen Mahlsystems auf einem fahrbaren Gestell montiert ist. Das erste Element dieses mobilen Mahlsystems besteht aus einer zweiteiligen Andockvorrichtung. Der Andockvorgang kann sowohl mit dem mobilen Behälter mittels der Hubsäule oder über die Aktivklappe mit automatischer Zuführung erfolgen. Die Dorne zur Verriegelung des Systems dienen beim Andockvorgang zur Zentrierung der Aktiv- und Passivklappe.




