Herr Müller, Herr Kühl, das Geheimnis um die jüngste Premiere von Fette Compacting ist gelüftet. Mit der FEC40 betritt Fette Compacting bislang unbekanntes Territorium. Wie gewagt ist dieser Schritt?
Olaf J. Müller: Der Schritt auf den Kapselmarkt ist nicht gewagt, sondern wohl überlegt. Das Territorium ist nicht völlig neu für uns, weil Tablettierung und Kapselfüllung für unsere Kunden zur Produktion von Solida gehören. Wir kennen also die Akteure und ihre Anforderungen. Deshalb haben wir auch erkannt, dass wir unsere Erfahrungen aus dem Tablettenpressengeschäft nutzen können. Genau das ist unsere Strategie in der LMT Group: Marktlücken erkennen, unser Know-how nutzen, und so unseren Kunden Lösungen bieten, die effizient und einzigartig sind.
Karsten Kühl: Wir haben seit der Markteinführung der FE55 in 2011 nicht nur in jedem Jahr eine neue Maschine präsentiert, sondern auch systematisch unsere Prozesse und Infrastruktur weiterentwickelt. Mit unseren Werken in Schwarzenbek und Nanjing haben wir eine hervorragende Produktionsbasis und dank unseres globalen Netzwerks mit Competence Centern in den fünf größten Märkten bieten wir unseren Kunden weltweit einen umfassenden Service.
Herr Kruse, wie fühlt es sich an, wenn man in einem etablierten Unternehmen den Auftrag bekommt, eine komplett neue Maschine zu entwickeln?
Jan-Eric Kruse: Es ist der Traum eines jeden Entwicklerteams, eine Maschine von Grund auf neu zu denken. Dafür ist das Umfeld bei Fette Compacting ideal. Innovationen zu entwickeln ist Teil der Kultur des Unternehmens. Diesen Erfindergeist spürt man auch in unserem Team.
Erfindergeist ist ein gutes Stichwort. Wie sah denn der Entwicklungsprozess aus? Welche Herausforderungen mussten Sie überwinden beziehungsweise lösen?
Kruse: Wir bekamen 2013 die Freigabe für die Entwicklung. Die Grundkenntnisse gewannen wir mithilfe unseres Partners Harro Höfliger. Basierend auf unseren Marktstudien haben wir Konzepte erarbeitet, bewertet und, wo nötig, detailliert. Für die aus unserer Sicht technisch anspruchsvollsten Prozesse haben wir Teststände gebaut. Erst nach erfolgreichen Tests begannen dann die Auskonstruktion und der Prototypenbau.
Daniel Malick: Die Kapselfüllung ist ein Prozess, bei dem die Baugruppen bislang durch mechanische Kopplung gesteuert wurden. Durch den Einsatz von Servomotoren konnten wir die einzelnen Prozessschritte voneinander entkoppeln, flexibilisieren und optimieren. Weil wir konsequent auf Kurvenscheiben verzichten, konnten wir die Schaltschränke in den Antriebsraum integrieren.




