Der Ukraine-Konflikt hat sehr deutlich gemacht, wie anfällig globale Energielieferketten sind. Für Pharmaunternehmen bedeutet dies, dass sie ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren müssen. Dabei bieten sich gleich mehrere Strategien an: Der erste und vielleicht wichtigste ist die Reduzierung des Energieverbrauchs durch Effizienzsteigerungen. Dies kann durch den Einsatz energieeffizienter Technologien wie LED-Beleuchtung und Wärmerückgewinnungssysteme geschehen. Ein zweiter wichtiger Schritt ist die Elektrifizierung von Prozessen, wobei erneuerbare Energien wie Solar- oder Windkraft eingesetzt werden. Dies reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erheblich. Drittens können Unternehmen auch vor Ort erneuerbare Energielösungen auf dem eigenen Gelände installieren. Das können Solarpanels auf den Dächern oder je nach Standort auch geothermale Anlagen oder Biomassekessel sein. So können sie ihre eigene Energie erzeugen und sind weniger von externen Lieferanten abhängig. Diese drei Strategien sind allesamt kombinierbar und helfen nicht nur, die Energiesicherheit zu stärken, sondern unterstützen zugleich auch die Dekarbonisierung der Branche.
Der Übergang zu erneuerbaren Energien und die Modernisierung der Infrastruktur erfordern zunächst beträchtliche finanzielle Mittel, was für viele Unternehmen abschreckend wirkt. Ein weiteres Hindernis sind die Platzbeschränkungen, die die Installation eigener Energiequellen erschweren. Und nicht zuletzt kann die Integration neuer Technologien in bestehende Produktionsprozesse riskant und komplex sein. Oftmals gibt es Widerstand innerhalb der Ingenieurteams, die an bestehende Systemen festhalten wollen. Es bedarf deshalb einer sorgfältigen Planung und der Schaffung finanzieller Anreize, um die Umstellung praktikabel zu machen. Beispielsweise können die Investitionskosten durch ein As-a-Service-Modell abgefedert werden. Dabei übernimmt der Anbieter der Energielösung die Anfangskosten, während das Pharmaunternehmen eine Servicegebühr zahlt. Dies reduziert nicht nur die finanzielle Belastung zu Beginn, sondern sorgt zugleich dafür, dass beide Parteien ein Interesse an Energieeinsparungen und CO2-Reduktionen haben. Wichtig ist, dass Pharmaunternehmen sofort mit der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen beginnen, die einen schnellen und messbaren Effekt auf den Energieverbrauch haben. Dazu gehören z. B. die bereits erwähnten Technologien der LED-Beleuchtung oder Wärmerückgewinnungssysteme, die ohne größere Investitionen realisiert werden können.




