Nach der langen Corona-Pause trifft sich die Reinraum-Community am 23. und 24. November 2022 wieder live in Frankfurt zur Cleanzone. Die Vorfreude ist groß und die Buchungslage so gut wie nie. Im Interview spricht Anja Diete, Show Director Cleanzone, über die Messe im Herbst, die Neuerungen und die aktuellen Herausforderungen in der Branche.
Der Restart im Messegeschäft war erfolgreich. Frau Diete, profitiert auch die Cleanzone von diesem frischen Wind?
Anja Diete: Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie ist der Wunsch nach persönlicher Begegnung und internationalem Austausch riesig. Das haben uns die Aussteller und Besucher der vergangenen Messen wie der Iffa, der internationalen Fachmesse für die Fleisch- und alternative Proteinwirtschaft, sowie dem Messetrio aus Techtextil, Texprocess und Heimtextil Summer Special gerade einhellig bestätigt. Auch in den Vorbereitungen zur Cleanzone 2022 spüren wir diese positive Stimmung. Wir haben so viele Anmeldungen wie noch nie im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorveranstaltungen. Viele neue und vor allem auch internationale Unternehmen sind dabei.
Sie sagen, dass die Internationalität hoch ist. Aus welchen Ländern kommen die Firmen und welche Bedeutung hat der internationale Austausch auf der Cleanzone?
Diete: Bisher haben wir Aussteller aus 14 Ländern. Besonders Osteuropa ist mit Firmen aus Slowenien, Kroatien und der Türkei stark vertreten. Aber auch über die Grenzen Europas hinweg hat die Cleanzone 2022 Zuspruch. Beispielsweise präsentieren sich Unternehmen aus den USA und Indien. Der Ausbau der Internationalität ist ein von der Strategiekommission an uns herangetragener Auftrag. Die Strategiekommission besteht aus Ausstellern und Experten der Reinraumbranche und unterstützt seit 2017 durch ihre Expertise die Entwicklung der Cleanzone. Die Branche wünscht sich einen Blick über den Tellerrand und die Möglichkeit, verschiedene Lösungsansätze aus verschiedenen Ländern zu vergleichen. Um den globalen Austausch voranzutreiben, arbeiten wir seit Jahren eng mit dem internationalen Reinraumdachverband (ICCCS) zusammen.
Wie erklären Sie sich, dass so viele Unternehmen erstmals auf der Cleanzone 2022 ausstellen?
Diete: Fast 50 % der bisher angemeldeten Unternehmen sind zum ersten Mal auf der internationalen Fachmesse für Reinraum- und Reinheitstechnik, Hygiene und Kontaminationskontrolle. Zu den Erstausstellern gehören unter anderem Abeba Spezialschuhausstatter, Altmann, Asterion, DIOP, Infraserv, Hein Reinraum, ISD Software und Systeme, Item Industrietechnik, Klimaoprema, Mycellhub, O & M Halyard, Otto Life Science Engineering, PPG Cleanrooms und Schäfer Einrichtungssysteme. Die hohe Zahl an Neuausstellern hängt sicher auch mit dem anhaltenden Höhenflug der Reinraumtechnik zusammen. Nicht nur die Corona-Pandemie hat Themen wie Hygiene oder Reinheitstechnik ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Weitere Treiber sind unter anderem die Bestrebungen, Teile der Chip-Produktion nach Europa zurückzuholen oder der Ausbau der Photovoltaik, um Energiesicherheit und Klimaneutralität zu erreichen. Und für die zuverlässige und sichere Produktion von beiden Hightech-Produkten sind reinheitstechnische Lösungen Grundvoraussetzungen. In diesem positiven Umfeld bauen vielen Unternehmen ihre Reinraumsparte aus und der persönliche Austausch und der Kontakt zu wichtigen nationalen und internationalen Besuchern auf der Cleanzone garantiert den Unternehmen weiteres Wachstum.




