Vom Anlagenbetreiber werden konkrete Grenzwerte zur Tagesexposition (8-h-Schicht) für die Mitarbeiter mit Pulverumgang definiert. Diese sind zum einen als Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW-Wert) oder als pharmazeutische Gefährdungsklassen mit OEL-Wert (Occupational Exposure Limit) bekannt. Beim OEL-Wert handelt es sich um eine Einschätzung z. B. von chemischen Zwischenstoffen, die wenig bis unzureichend erforscht oder nur innerbetrieblich in den Produktionsanlagen verwendet werden. Die Bandbreite zur Einstufung liegt dabei zwischen den Gefährdungsklassen G1, sehr geringe Wirkung (Exposition 1000 µg/m³) bis hin zu G4, sehr hohe Wirkung (Exposition 1 µg/m³) als Tagesdosis der jeweiligen Stoffe.
Aus den Gefährdungsklassen lassen sich dann die Randbedingungen und Anforderungen an das Containment des jeweiligen Prozesses ableiten. So kann beispielweise ein Stoff wie Zucker oder Mineralsalz mit G1-Einstufung in einer primitiven Sackschütte mit Absaugung und Filter das Containment erfüllen. Dagegen ist bei hochwirksamen und gegebenfalls toxischen Produkten wie Düngemitteln oder pharmazeutischen Wirkstoffen die Pulveraufgabe nur mittels Full-Containment-Isolator möglich. Neben den Anforderungen an den Mitarbeiterschutz spielen dann oftmals auch der Schutz gegen Kreuzkontamination, geringer Produktverlust, Reinigungs- und Partikeleigenschaften eine wichtige Rolle. Die Dec-Group stellt ein umfassendes Portfolio von Pulveraufgabestationen sowie Transport- und Dosiertechnik für die Reaktorbeschickung bereit.
Die Herausforderung liegt darin, die gesetzlichen Schutzbestimmungen für das höhere Containment einzuhalten sowie den betrieblichen Ablauf nur unwesentlich zu verändern und nicht auszubremsen. Am Beispiel einer Sackaufgabestation für Gefahrstoffklassifizierung G3 bis G4 (OEL -Werte 1 bis 100 µg/m³ möglich) wird die DEC-Lösung kurz erklärt. Isocharge verbindet die Vorteile der Isolatortechnologie mit denen der Laminar-Flow-Technik. Ziel ist, eine schnelle und effiziente Sackentleerung zu realisieren, und die geforderten Containmentbedingungen einzuhalten. Die Sackware wird an der seitlichen Öffnung der Isochargekabine aufgegeben. Im Bereich neben dem Filter findet dann die Sackentleerung statt. Durch die laminare Strömung von der Beladeseite in Richtung Filter wird eine Pulverexposition in den Außenbereich verhindert. Der genutzte Mehrstufenfilter (mit Vorfilter F9 und Nachfilter HEPA-Elemente H14) arbeitet dabei als Push-Push-System um den Filterwechsel von außen so einfach wie möglich zu gestalten. Das Pulver-Handling kann der Mitarbeiter durch Sichtfenster mit Eingriffhandschuhen (Gloves) überwachen und seine Tätigkeiten ohne gesonderte persönliche Schutzausrüstung (PSA) ausführen. Die leeren Säcke werden in der Regel über einen Linerport an der Rückseite des Isolators ausgeschleust bzw. über einen Leersackverdichter kompaktiert der Entsorgung zugeführt.




