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    Pharma- und BioTech-Unternehmen rechnen mit Wachstum
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    Branche & Markt

    Pharma- und BioTech-Unternehmen rechnen mit Wachstum

    Vorstands- und Geschäftsführungsmitglieder der führenden europäischen Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen blicken trotz US-Zöllen nach wie vor positiv
    Veröffentlicht
    14. April 2025
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    „Die Nachfrage nach pharmazeutischen und biotechnologischen Produkten made in Germany or Europe wird global als leicht steigend eingeschätzt. Angesichts auch für Arzneiprodukte perspektivisch drohender US-Zölle ist temporär mit vorgezogenen Käufen im Sinne von Bevorratung zu rechnen, wobei dem angesichts von Haltbarkeiten natürlich Grenzen gesetzt sind“, sagt Philipp Temmel, Studienleiter und Head of Chemicals & Life Sciences bei Horváth. „Welche Dynamiken sich nach diesem kurzfristigen ,Window of Opportunity‘ nach Einführung der Zölle entwickeln, ist jedoch derzeit noch nicht absehbar, weshalb Konzerne aller Voraussicht nach wieder stärker alternative Märkte in Betracht ziehen müssen. Der Markt Europa und insbesondere Deutschland gilt mittelfristig in manchen Bereichen als ein neuer Wachstumsmarkt, da aufgrund der alternden Bevölkerung der Bedarf an Medikamenten und bestimmte Therapien wie neurodegenerative oder rheumatische Krankheiten steigen wird“, so Temmel.

    Rückbesinnung auf EU-Kernmarkt – trotz Standortnachteilen

    Die befragten Unternehmen geben in der Studie an, wieder stärker in ihre europäischen Standorte investieren zu wollen. Zwei Drittel planen beispielsweise, R&D-Investitionen in diesem Jahr regional aufzustocken. Die eher unfreiwillige Rückbesinnung auf Europa geht nicht ohne Risiken und Anstrengungen einher. 73 % bemängeln starke Nachteile durch hohe Personalkosten und Regulatorik in Europa. „Strukturelle Entlastungen durch politische Weichenstellungen, wie in Deutschland angestoßen, werden von den Unternehmen natürlich enorm begrüßt – für dieses Jahr kalkulieren sie aber noch keine Effekte ein, da sie sich noch zu unsicher sind“, so Temmel. „Den herausfordernden Rahmenbedingungen begegnen die Firmen mit einem starken Fokus auf Kostenoptimierung, Effizienzsteigerung und strukturellen Anpassungen, ermöglicht vor allem durch Digitalisierung und insbesondere KI. So werden vor allem auch die administrativen Kosten gesenkt, was finanziellen Handlungsspielraum bringt, sowohl für M&A und Lizenzvergaben – 53 % sehen hier bedeutendes Business-Potenzial – als auch für Forschung und Entwicklung.“

    Stabile bis wachsende Personaldecke – trotz KI-Einsatz

    Gefragt nach der Management-Agenda für 2025, werden Kostenoptimierungen am häufigsten genannt und rangieren somit an erster Stelle, gefolgt von organisatorischen Umstrukturierungen zur Effizienzsteigerung. „Die tiefgreifenden Transformationen sind noch nicht abgeschlossen“, so Temmel. Die stärksten Marktverschiebungen werden aus Sicht der befragten CxOs aus den Disruptionen durch Digitalisierung und KI entstehen. Sieben von zehn Befragten geben an, dass KI-Innovationen das Geschäftsmodell stark verändern werden, beispielsweise im Bereich der Identifizierung biologischer Targets in der Forschung („target ID in Research“) oder bei der Patientenrekrutierung für klinische Studien. So erklärt sich auch, dass das Managementthema „strategische Anpassung des Geschäftsmodells“ auf dem Fuße an vierter Stelle folgt.

    Die zunehmende Digitalisierung hat im Life-Sciences-Sektor kaum Auswirkungen auf die Personaldecke, zumindest keine negativen im laufenden Jahr. Im Gegenteil: 39 % der Unternehmen gehen von einem steigenden Personalbedarf im Laufe des Jahres aus, die Hälfte von stabiler Personalstärke und nur elf Prozent von Personalabbau. „In der Pharmaindustrie herrscht ohnehin Fachkräftemangel, und für die notwendigen Transformationen braucht es noch mal mehr spezialisierte Mitarbeiter“, so Temmel.

    Über die Studie

    Für die Studie „Life Sciences Executives Flash Report“ wurden in persönlichen Tiefeninterviews insgesamt über 30 Vorstands- und Geschäftsführungsmitglieder marktführender europäischer Pharma- und BioTech-Unternehmen zu Geschäftsaussichten und strategischen Prioritäten befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für diesen Industrie-Ausschnitt. Die Befragung fand im 1. Quartal 2025 statt, die Auswertung erfolgte im April 2025.

    Pharma

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