Die parallele Bildung von Cr-Hydroxid (Cr(OH)3) bei der Passivierung in wässriger HNO3 (Salpetersäure) ist von untergeordneter Bedeutung. Während Chrom äußerst reaktionsfreudig ist, ist Chromoxid chemisch nahezu inert, reaktionsträge und stabil (ähnlich Al2O3).
Aus der Sicht der Stromdichtepotenzialkurve einer potentiodynamischen Elektrolyse unter Verwendung einer externen Gleichstromquelle erfolgt die Passivierung – etwa von 1.4404 – in 0,1-m verdünnter Schwefelsäure als Elektrolyt durch Steigerung des angelegten Potenzials zu höheren (edleren) Werten unter Durchlaufen des aktiven Bereichs sowie des sogenannten Übergangsbereichs mit maximaler anodischer Stromdichte – der Passivierungsstromdichte ipass. (ca. 5 x10-7 A/dm2) –, die dann bei weiterer Steigerung des Potenzials spontan auf die Passivstromdichte abfällt und den Passivzustand einnimmt. Dieser passive Zustand ist beim Versuch bei ca. 200–300 mV erreicht. Passivierungsvorgänge kennt man auch bei anderen Metallen wie etwa Aluminium, Titan etc. oder auch Legierungen.
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