Der Autor: Guido Röttgers, Sales Projects, Denios
Am Standort in Grenzach wird die bekannte Augen- und Nasensalbe Bepanthen hergestellt. Die Produktionskapazität sollte im Zuge eines Neubaus erweitert und modernisiert werden. Die Produktion ist in einem Reinraum untergebracht ist. Da die Salben unter anderem aus Vaseline, Wollwachs und anderen Stoffen bestehen, musste eine Wärmekammer in den Produktionsfluss integriert werden.
Da diese Stoffe bei Raumtemperatur nicht gepumpt und verarbeitet werden können, werden sie in Fässern in dieser Kammer erwärmt. Das hört sich recht einfach an, es gilt aber im GMP-Bereich einiges zusätzlich zu beachten:
- Der Lagerbereich ist eine Zone mit geringeren Reinheitsanforderungen als der Produktionsbereich. Die Kammer soll zwischen diesen beiden Reinraumzonen stehen und diese abtrennen.
- Da die Paletten aus dem Lager nicht in den Produktionsbereich gelangen dürfen, musste eine schwebende Lösung konstruiert werden.
- Die Aufheiztemperaturen mussten zum einen sehr konstant, zum anderen exakt validiert werden.
- Der zur Verfügung stehende Platz ist sehr begrenzt.
Das Problem der unterschiedlichen Reinraumbereiche wurde durch dicht schließende Türen gelöst. Damit aber nicht gleichzeitig zwei gegenüberliegende Türen geöffnet werden können, wurde eine gegenseitige Verriegelung mit Freigabe installiert. Eine Notöffnung durch eine Reißleine von innen stellt sicher, dass niemand in der Kammer eingeschlossen werden kann.
Eine große Herausforderung stellte der Fass-transport dar. Zusammen mit dem Projektleiter und den Anwendern wurde beschlossen, die Fässer auf den Paletten mit dem Hubwagen von der Lagerseite an die Kammer heranzufahren und dann mittels einer Greifvorrichtung aufzunehmen. Für diesen Zweck wurde ein einfaches Greifsystem aus dem Standardprogramm von Denios beim Kunden getestet und anschließend für den GMP-Bereich optimiert.
Diese Optimierung bestand in der Ausführung des Greifers ohne Toträume und aus Edelstahl. Der Greifer wurde auf eine Laufschiene gebracht. Ein robustes System sorgt für sichere Arretierung und leichtes Schwenken. Somit können die Fässer in die Kammer hinein- und auf der Produktionsseite mit einem reinraumtauglichen Hubwagen herausgenommen werden.
Die Kammer hat vier einzelne Bereiche, von denen drei auf konstanter Temperatur (± 2°C) laufen. Die vierte Kammer wird zum Rücktransport der Fässer genutzt. Die Temperatur wird in jedem Bereich gemessen und auf eine SPS mit Bildschirm in den zwei Bereichen aufgespielt. Jedes Fass wird identifiziert, eingebucht und dann vom System nach genügender Verweilzeit freigegeben und angezeigt. Die gesamte Steuerung wurde von der Reuko Klimaservice GmbH erstellt, die zusammen mit Denios bereits einige Erfahrung bei Absauganlagen im Pharmabereich gesammelt hat.




