Die Südpack Medica AG hat ihr Portfolio an Tiefziehfolien um eine polypropylenbasierte, halogenfreie Folie für die Herstellung von Blisterverpackungen und anderen pharmazeutischen Feststoffanwendungen erweitert. Was die nachhaltige Alternative auszeichnet und was von dem Unternehmen weiterhin zu erwarten ist, erläutert Jürgen Bodenmüller, Business Development Director bei Südpack Medica.
Herr Bodenmüller, warum haben Sie eine nachhaltige Alternative zu herkömmlicher Blisterfolie entwickelt?
Bodenmüller: Der Markt für thermogeformte Verpackungen verändert sich seit Jahren. Nachgefragt werden heute mehr Verpackungen aus PP statt aus PVC. Südpack hat zum Beispiel sehr gute Lösungen für Kaffeekapseln entwickelt, die die veränderten Anfragen des Marktes erfüllen. Auch im Bereich der Tablettenblister haben wir nun diese Herausforderung angenommen. Denn die herkömmlichen, tiefgezogenen Blisterverpackungen für Kapseln oder Tabletten sind meist mit Aluminiumfolie versiegelt. Während dieser Materialmix bislang als nicht recyclingfähig gilt, ist die einstoffliche Ausführung von Blister und Siegelfolie aus PP komplett recycelbar. Damit erfüllt das Konzept die Anforderungen an Verpackungslösungen in puncto Umweltfreundlichkeit. Die gewohnten Funktionalitäten wie das Öffnungsverhalten bleiben mit der neuen PP-Lösung erhalten.
Wie hoch ist derzeit die Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen in der Branche?
Bodenmüller: Ehrlicherweise gibt es seit über 30 Jahren immer wieder den Ruf nach einer Alternative zur heute weit verbreiteten PVC/PVDC-Aluminiumfolienkombination. Die Wellen flachten allerdings immer wieder ab. Doch aufgrund der öffentlichen Diskussion und der aktuellen Gesetzgebung ist jetzt ein echtes Umdenken spürbar. Viele Unternehmen versuchen heute, ihre CO2-Bilanz zu verbessern und mit nachhaltigem Wirtschaften sowie nachhaltigen und kreislauffähigen Produkten und Verpackungen Akzente in ihren Märkten zu setzen. Dieser Trend ist in der Lebensmittelindustrie bereits weithin spürbar. Er zeichnet sich aber auch in den Bereichen Pharma und Nahrungsergänzungsmittel ab. Denn hier senden große Player mit ihren Nachhaltigkeitsoffensiven starke Signale in den Markt. Kurzum: Die Nachfrage nach solch interessanten Lösungen wächst – und damit auch deren Verfügbarkeit. Wir verzeichnen jedenfalls ein hohes Interesse bei unseren Kunden und haben als einer der führenden Hersteller von Hochleistungsfolien unser Portfolio bereits frühzeitig auf den steigenden Bedarf ausgerichtet.
Welche speziellen Anforderungen müssen auch bei nachhaltigen Verpackungskonzepten zwingend erfüllt werden?




