Das Berliner Unternehmen M2-Automation entwickelt und baut Geräte zur Herstellung von diagnostischen Systemen und zur Probenpräparation mit sehr geringem Dispensiervolumen. Diese sind unter anderem für den Einsatz in der medizinischen Forschung bestimmt, beispielsweise für medizinische Mikrodispensiersysteme zum akkuraten kontaktfreien Abgeben von chemischen und biologischen Flüssigkeiten und Suspensionen im Piko- und Nanoliterbereich.
Bei der Konstruktion einer kundenspezifischen Abfüllanlage hat sich Konstrukteur Ulf Niedergesäß entschlossen, auf ein schmiermittel- und damit wartungsfreies Drylin-E-Raumportal aus dem Hause Igus zu setzen. Bei den Portalen handelt es sich um eine Kombination von mehreren Linearachsen, die zusammen eine mehrdimensionale Bewegung realisieren. Je nach Aufgabenstellung handelt es sich um Flächen-, Linien- oder Raumportale, die allesamt ohne Schmiermittel auskommen. Die anschlussfertigen Portale beinhalten vorkonfektionierte Drylin-Linearmodule bzw. Drylin-Linearachsen mit Nema-Schrittmotoren sowie alle für den Eigenbau notwendigen Bauteile.
Im Vorfeld der Neukonstruktion hat Niedergesäß eine Vielzahl der Anbieter kinematischer Systeme unter die Lupe genommen. Seine Auswahlkriterien waren dabei möglichst geringes Gewicht sowie eine kompakte Bauform, die trotzdem einen relativ großen Arbeitsbereich abdecken soll. Dazu kam das Thema Wirtschaftlichkeit. Den Ausschlag für das Igus-Raumportal hat schließlich die flexible Anpassung an die Größenvorgaben gegeben. Gleichzeitig sind alle weiteren Forderungen wie Positioniergenauigkeit, Geschwindigkeit und Langlebigkeit erfüllt worden.
Dazu kommen die tribologischen Eigenschaften der Hochleistungspolymere von Igus. An Anlagen und Geräte im pharmazeutischen Laborumfeld werden generell strenge hygienische Reinheitsanforderungen gestellt. „Schmutz und Staub haben im Labor nichts zu suchen“, bekräftigt Niedergesäß. Die Verwendung von Polymergleitlagern an allen beweglichen Teilen macht das Portal schmiermittel- und damit wartungsfrei. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Igus-Komponenten und -Systemen auch in anderen Flüssigkeitshandlingsystemen des Spezialisten denkbar, wenn keine allzu hohen Positionieranforderungen gefordert werden.
Die individuelle Anlage für einen Kunden aus dem Bereich Bioanalytik und Medizintechnik füllt flexibel unterschiedliche Füllvolumina von 0,05 bis 500 ml in unterschiedliche Gefäße automatisch ab. Derzeit sind neun Flaschentypen im Einsatz, die Auswahl lässt sich jedoch beliebig erweitern.
Ein wichtiges Entscheidungskriterium war das Verhältnis der effektiven Nutzfläche zur absoluten Anlagengröße, da Platz im Labor in der Regel sehr teuer ist. Die Außenabmessungen betragen 1600 x 1900 x 800 mm. Der verfügbare Arbeitsraum umfasst 1105 x 525 mm. Die kompakte Abfüllanlage steht auf Rollen und kann beliebig verschoben werden. Sie wird über eine intuitive Softwareoberfläche gesteuert, die auch ohne großen Schulungsaufwand bedient werden kann.



