Das Mibe-Stammwerk befindet sich seit 2003 in Brehna im Großraum Leipzig-Halle. Mit nahezu 500 Mitarbeitern ist es das Zentrum der Entwicklung, Produktion und Logistik der Firmengruppe Dermapharm. Hergestellt werden viele Arzneiformen, darunter Tabletten, Salben, Tropfen, Sprays, Spritzen und Ampullen. Das Werk verfügt über hochmoderne, flexible Anlagen, die jährlich etwa 35 Mio. Medikamentenpackungen produzieren. Sofern es sich dabei um Verpackungen verschreibungspflichtiger Arzneimittel handelt, müssen diese in Deutschland ab Februar 2019 mit einer individuellen Seriennummer gekennzeichnet und eindeutig unversehrt sein. Eine Herausforderung für die Pharmabranche. Daher bemühte sich Mibe rechtzeitig um einen geeigneten Systemlieferanten. Das Rennen machte die Firma R. Deckert aus Schwäbisch Hall, die sich auf Verpackungs- und Abfüllanlagen für die Pharmaindustrie spezialisiert hat. Gemeinsam wurde ein Projekt zur Herstellung einer Track & Trace-Station aufgelegt, die den Anforderungen gerecht wird. R. Deckert konnte mit einer modularen Integration der Anlage in die Verpackungslinie überzeugen und außerdem eine automatische Formatumstellung anbieten, was angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Arzneiformen und Verpackungen enorm wichtig ist.
Bei der Ausstattung der Track & Trace-Station legte R. Deckert große Sorgfalt auf die Auswahl hochwertiger Module. Im Bereich Codierung punkteten die Branchenexperten der Firma Jan Hessing Print & Control mit kompetenter Beratung und einem attraktiven Gesamtpaket aus REA-JET-Kennzeichnungstechnik und REA-Verifier-Code-Prüfsystemen. „Bei Tintenstrahldruckern ist das einfache Handling von fundamentaler Bedeutung. REA JET beweist hier große Kompetenz mit der unkomplizierten Handhabung der Tintenkartuschen und einem modernen Controller, der alle Datensätze problemlos verarbeiten kann“, bestätigt R.-Deckert-Projektingenieur Ömer Razgatlioglu die Vorzüge der Technologie. In Verbindung mit einem Kamerasystem von Scanware Electronic und einem Etikettierer von Herma wurde das optimale Equipment gefunden.
Die erste Track & Trace-Anlage für Mibe wurde Anfang 2016 in eine Linie zur Verpackung fester Arzneiformen integriert und nach einer Testphase in den Regelbetrieb übernommen. Seitdem durchlaufen Produkte im Anschluss an die Kartoniermaschine auch die Track & Trace-Station. Die gefüllten Faltschachteln werden zunächst auf einem Nockenband mit schiebenden Fingern einzeln in Fächer eingetaktet. Dabei werden sie in ein elektronisches Schieberegister eingetragen und für die weitere Bearbeitung eindeutig erfasst. Es folgt die hochaufgelöste Kennzeichnung der Faltschachteln mit einem Thermal-Inkjet-Drucker der Serie REA JET HR pro. Aufgedruckt werden Informationen wie Datamatrix-Code, Seriennummer, PPN, Chargenbezeichnung und Verfallsdatum (Unique Identifier gemäß delegierte Verordnung 2016/161). Danach wird die korrekte Beschriftung mit einer Kamera von Scanware überprüft, fehlgelesene Packungen werden aussortiert. Zuletzt werden die Seitenlaschen jeder Schachtel mit Etiketten versiegelt, um die Originalität und Unversehrtheit der Verpackung zu dokumentieren.




