Die Annahme, dass „metallblank” einen legierungstypisch (Legierungstyp) reinen morphologischen (Morphologie) Oberflächenzustand beschreibt, ist ein fundamentaler Irrtum und häufig Ausgangspunkt für Verfahrens- bzw. Produktionsprobleme respektive Unstimmigkeiten zwischen Lieferant und Abnehmer in der Praxis.
Der Begriff „metallblank” beschreibt eine visuell nur vordergründig saubere Edelstahloberfläche ohne jeden Anspruch auf ein Reinheitskriterium betreffend
- Fremdkontaminationen, wie
- C-Reste von organischen Stoffen bzw. Bindemittelresten,Werkzeugabriebe (Fe, Al aus Al2O3, SiC etc.),Schleifstaubkontaminationen;
- C-Reste von organischen Stoffen bzw. Bindemittelresten,
- Werkzeugabriebe (Fe, Al aus Al2O3, SiC etc.),
- Schleifstaubkontaminationen;
- morphologische Eigenstörungen der Oberfläche, wie ferritische (Ferrit) bzw. martensitische (Martensit) Strukturdeformationen, Austenitdeformationen (Austenit) etc. aus mechanischen Oberflächenbearbeitungen (Beilby-Schicht).
Metallblanke Oberflächen sind insofern nicht ausreichend bzw. technisch nicht eindeutig spezifizierte Edelstahloberflächenzustände, die aus einer Reihe von verschiedenen Arbeitsprozessen entstanden sein können: reduzierende Lösungsglühbehandlung, Kaltwalzen, Kaltziehen, mechanisches Schleifen / Honen etc.
In der Praxis sind sie allenfalls durch einen Ra- / Rz-Wert (Rauheit) definiert und erlauben kaum verlässliche Vorhersagen zu Topographie, Morphologie und Energieniveau der betreffenden Oberfläche.
Diese Sachverhalte sind bei der Definition „metallblank” v. a. vom Verarbeiter / Installateur sowie auch vom Nutzer der Anlage entsprechend dem Anforderungsprofil der Anlage / des Apparates gebührend zu berücksichtigen.
© 2013 – ECV – Lexikon der Pharmatechnologie
