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    Medikamente im Zwiebel-Look
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    Branche & Markt

    Medikamente im Zwiebel-Look

    Mithilfe der Wirbelschichttechnologie lassen sich Pellets unterschiedlichster Zusammensetzung und Größe herstellen. Wirkstoffschichten und die
    Veröffentlicht
    02. Mai 2011
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    Autoren: Dr. Anne Ettner, Technology Center, Glatt Dr. Norbert Pöllinger, Leiter Technology Center, Glatt

    Eine weitverbreitete konventionelle Technologie zur Herstellung von Pellets ist die Extrusionstechnologie. Ein feuchtes Gut wird zu Pellets extrudiert und spheronisiert. Die resultierenden Partikel sind in der Regel größer als 600 µm; Mikropellets sind damit nicht herstellbar.

    Die Wurster-Wirbelschichttechnologie erlaubt zwar die Herstellung von Mikropellets mithilfe des Wirkstoff-Layerings. Allerdings sind extrem kleine Starterpellets notwendig, wenn schließlich hochbeladene Mikropellets im Größenbereich von 100 bis 400 µm resultieren sollen. Abhilfe schafft hier die MicroPx-Technologie von Glatt. Mit ihr können sehr kleine sphärische Pellets (Mikropellets) hergestellt werden, die durch sehr hohe Wirkstoffgehalte ($ 95 %) und Partikelgrößen im Bereich von 100 bis 400 µm bei sehr enger Korngrößenverteilung gekennzeichnet sind.

    Die MicroPx-Technologie ist ein kontinuierliches Wirbelschicht-Agglomerationsverfahren. Funktionelle pharmazeutische Hilfsstoffe, z. B. zur Optimierung der Bioverfügbarkeit oder zur Beeinflussung der Wirkstofffreisetzung, können in die Pelletmatrix integriert werden. Starterpellets, wie für Layeringprozesse üblich, sind nicht notwendig.

    Typischerweise werden Flüssigkeiten, die Wirkstoff(e) und Hilfsstoffe enthalten, direkt in die bei Prozessbeginn leere MicroPx-Wirbelschichtanlage eingesprüht. Bei den zu verarbeitenden Flüssigkeiten handelt es sich beispielsweise um Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen. Durch initiale Sprühtrocknung entsteht zunächst Produktstaub, der in der Startphase des Prozesses kontrolliert agglomeriert wird. In der Folge werden die so entstandenen Primärpartikel schichtweise zu Mikropellets der gewünschten Größe aufgebaut. Durch bodenständige Sprühdüsen wird kontinuierlich Flüssigkeit in den Prozessraum eingedüst, sodass ein gleichmäßiges Wachsen der initial gebildeten Agglomerate sichergestellt ist.

    Die einströmende Fluidisierluft wird durch einen speziellen Anströmboden in die Prozesskammer eingeführt. Dadurch wird ein gerichteter Produktfluss hin zum Herzstück der MicroPx-Technologie, dem klassifizierenden Zick-Zack-Luftsichter, erreicht. Mikropellets der gewünschten Größe werden hiermit kontinuierlich aus dem Prozess ausgeschleust, während noch zu kleine Partikel in die Prozesskammer zurückgeführt werden und dort weiterwachsen.

    Für einen extrem bitter schmeckenden antibiotischen Wirkstoff entwickelte Glatt zusammen mit einem industriellen Partner einen geschmacksmaskierten Trockensaft für Kinder; der Wirkstoff liegt in Form von geschmacksmaskierten Mikropellets vor, die in einer Saftgrundlage dispergiert werden.

    Pharma

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    Folgende Qualitätsmerkmale mussten erreicht werden: Die in der wässrigen Saftgrundlage suspendierten Mikropellets dürfen innerhalb des Verwendungszeitraums von zwei Wochen bei Raumtemperatur keinen bitterschmeckenden Wirkstoff freisetzen. Nach der Einnahme durch die Patienten muss sich der Wirkstoff dagegen schnell aus den Mikropellets herauslösen; in vitro wird eine rasche Wirkstofffreisetzung bei pH 6,8 innerhalb von 30 min gefordert. Technisch war eine Ausbeute von > 95 % für den Produktionsmaßstab garantiert worden.

    Um für den schlecht wasserlöslichen, mikrofeinen Wirkstoff eine perfekte Geschmacksmaskierung erzielen zu können, wurden zunächst Mikropellets einer Größe von ø 250 bis 400 µm mithilfe der MicroPx-Technologie entwickelt und gefertigt. Die geschmacksmaskierenden Lackschichten werden schließlich mittels der Wurster-Wirbelschichttechnik auf die MicroPx-Wirkstoffpellets aufgebracht: Auf ein sogenanntes Schutzcoating folgt die eigentliche abdichtende Schicht, die ein Polymethacrylat-Polymer enthält. Die geschmacksmaskierten, lackierten Mikropellets dürfen eine Größe von 500 µm nicht überschreiten, damit eine angenehme Einnahme ohne sandiges Mundgefühl gewährleistet ist.

    Die Rezepturen und Prozesse für Schutzcoating und geschmacksmaskierendes Coating wurden im 0,5-kg-Maßstab durch Glatt entwickelt und optimiert und schließlich mit wenigen Versuchen erfolgreich in den 18“-Wurster-Pilot- und den 32“-Wurster-Produktionsmaßstab hochskaliert. Das Gesamtprojekt wurde mit der Validierung der MicroPx-Pelletisierungs- und Wurster-Coatingprozesse im Produktionsmaßstab abgeschlossen.

    Glatt-Technologien bieten neue Möglichkeiten in der Formulierung und Herstellung von Arzneimitteln im Sinne des Life Cycle Managements geschützter Wirkstoffe. Im generischen Bereich können durch die Nutzung dieser Technologien bestehende Patenthürden umgangen werden. Mikropelletisierungs- und Coating-Technologien sind für Arzneimittel, die in der Pädiatrie und Tiermedizin eingesetzt werden müssen, von besonderem Interesse.

    Die beschriebenen Technologien sind bei Glatt Pharmaceutical Services vom Entwicklungs- bis hin zum Pilot- und Produktionsmaßstab verfügbar. Der Geschäftsbereich der Glatt-Gruppe ist spezialisiert auf die Entwicklung anspruchsvoller fester Arzneiformen. Hier können Prüfmuster für klinische Studien und auch erste Marktchargen hergestellt werden.

    Online-Info www.pharmaproduktion.com/0211448

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