Die von AZO konzipierte Anlage, die das automatische Rohstoffhandling bei der Herstellung von Pulvermischungen sowie Tabletten und Kapseln im Werk Manaus übernimmt, ermöglicht eine saubere und staubarme Produktion. Durch die automatische Rohstoffbereitstellung gibt es zudem wenige manuelle Eingriffe. Auf diese Weise lassen sich die in der Pharmaindustrie geforderten hohen hygienischen Anforderungen sowie eine sichere Produktion gewährleisten.
Kleine Materialmengen werden mithilfe des Handeinwaagesystems Mandos hochgenau in Beutel eingewogen. Hierzu sind mehrere Wiegekabinen vorhanden, die jeweils wie folgt ausgestattet sind: Es befinden sich darin ein Touch-PC, mit dem der Anwender durch den Wiegevorgang entsprechend der vorgegebenen Rezeptur geführt wird, Plattformwaagen mit unterschiedlichen Auflösungen, ein Bar-codeleser zur Erfassung der eingesetzten Chargennummern und Prüfung auf Verwendung des korrekten Rohstoffs sowie ein Etikettendrucker zur Kennzeichnung der Beutel, in die eingewogen wird. Auf diese Weise gelingt eine lückenlose Chargenverfolgung und Verwechslungen bei der Zugabe der Materialmengen werden ausgeschlossen.
Mithilfe von vier Umwandlungsstationen werden Trägerstoffe, Wirkstoffe und Additive aus Säcken, Fässern und die vom Mandos-System vorverwogenen Gebinde in Container gefüllt. Die Umwandlungsstationen sind jeweils mit einer individuell zuschaltbaren Besaugung ausgestattet, um jegliche gegenseitige Kontamination zu vermeiden. Der beim Entleeren eines Sacks entstehende Produktstaub wird abgesaugt und die Luft in einem Filter gereinigt. Die Fässer werden mithilfe einer Sauglanze und eines Unterdrucksystems in einen Abscheider gefördert. Unter einer der vier Umwandlungsstationen befindet sich in der Zwischenebene eine Wirbelstrom-Siebmaschine vom Typ DA, die die Kontrollsiebung der umgewandelten Rohstoffe sicherstellt. Von den Umwandlungsstationen wird das Produkt in Batchtainer und Dositainer staubfrei eingefüllt. In die Einfülltrichter integrierte Vibrationsroste stellen eine maximale Korngröße im Container sicher und vermeiden somit Agglomerate im weiteren Prozess. Auch hier werden alle zugegebenen Materialmengen inklusive der vom Mandos-System vorverwogenen Gebinde per Barcode erfasst.
Das Prozessleitsystem Kastor führt eine lückenlose Überwachung und Dokumentierung des Lebenszyklus der Dositainer und Batchtainer durch. Der Anwender kann jederzeit unter anderem einsehen, ob und mit welchen Rohstoffen oder Mischungen ein Container befüllt ist und zu welchen Zeitpunkten er zuletzt gereinigt wurde. Ein hinterlegtes Regelwerk verhindert unter anderem eine Kreuzkontamination dadurch, dass ein Container erst nach erfolgter Reinigung für ein anderes Produkt verwendet werden kann. Die Containerwaschanlage ist zu diesem Zweck ebenfalls an das Prozessleitsystem Kastor angebunden.




