Ein großes Anliegen in der Diskussion der Expertenrunde war die Dokumentation für die Komponenten und die Prozesse. Diese wird zum einen in Form von Zertifikaten für die einschlägigen Regularien wie GMP, FDA, USP etc. benötigt, zum anderen hilft sie aber auch dabei, den Generationswechsel in den Betrieben zu erleichtern. So gibt es, das erzählte Dr. Alexander Galloy, bei Bilfinger ein virtuelles Industrialtube, in dem via Video das Wissen der Mitarbeiter konserviert wird – für die folgende Generation der Instandhalter oder auch für Mitarbeiter in weniger entwickelten Industrieländern.
Digitalisierung schafft Transparenz
Naheliegend auf Komponentenebene ist die Kennzeichnung mit einem Code, der den Betreiber zum Abrufen der Dokumentation auf die Datenbank des Herstellers – oder in die Cloud – führt. Dort liegen dann Bedienungsanleitung, PTB-Bescheinigung für den Ex-Schutz, Materialzertifikate zu dem Produkt, Lebenslauf, Messbereiche, Spezifikationen etc. zum Download bereit. Nachteil dieser Lösung ist, dass die Daten der Komponentenhersteller unterschiedlich strukturiert sind. Und das Thema Datensicherheit ist bei diesem Lösungsansatz ebenfalls noch nicht gelöst.
Eine Zukunftsvision entwarf Stephan Bleuel, Sanofi-Aventis, dennoch: „Ich sehe uns in fünf Jahren ganz klar bei einer papierlosen Zusammenarbeit mit dem Hersteller. Die Zertifikate werden nicht mehr als Papier verschickt, sondern bei der eindeutig gekennzeichneten Komponente hinterlegt. Ich sehe auch, dass wir unsere Störungsdokumentation nicht mehr in Papier verewigen oder manuell eingeben, sondern direkt mit dem Foto in die Datenbank einstellen und dass wir die Instandhaltungsmaßnahmen mit Auftrag und den echten Informationen ebenfalls dort automatisch ablegen.“
Das erfordere bei allem Bestreben um Datensicherheit und Wettbewerbsvorteile aber auch eine transparente Kommunikation. Diese sei zudem sowohl für die vorausschauende Instandhaltung als auch für eine zukunftsgerichtete Werkstoffentwicklung Voraussetzung, so Michael Krüger von
C. Otto Gehrckens. „Ich glaube, dass Schwachpunkte der Anlagen häufiger mal die Gummidichtungen, Membranen und dergleichen sind. Ohne Rückkopplung vom
Betreiber können wir aber nicht helfen, die Wartungsintervalle zu verlängern.“
Auch Andreas Eiletz von Eagleburgmann hat Interesse an diesen Daten: „Wenn die Dichtungshersteller die Datensammlungen einsehen dürften, würde man partnerschaftlich noch mehr schaffen. Es geht doch bei den flexiblen und modularen Anlagen der Zukunft darum, die richtige Dichtung am richtigen Ort einzusetzen.“
Verständnis für die Belange der Betreiber äußerte sein Kollege Bernd Fischer: „Ich denke, dass eine transparente Kommunikation massive Unterstützung von allen braucht. Auf der anderen Seite steht aber auch der Schutz von Unternehmens- und Kundeninteressen.“



