Mehrwegeventilblöcke gehören im sterilen Anlagenbau mittlerweile fast zum Standard und sind doch in ihren jeweiligen Anwendungen kundenspezifisch konstruiert und gefertigt. Im Vergleich zum konventionellen Anlagenbau kann der Platzbedarf einer verfahrenstechnischen Anlage durch den Einsatz von Mehrwegeventilblöcken sehr stark reduziert werden. Dazu werden auf möglichst kleinem Raum mehrere Membranventile und Rohrleitungsabschnitte in einer entleerungsoptimierten Einheit, die unterschiedliche Funktionen zur Steuerung von Flüssigkeiten und Gasen vereint, zusammengefasst. In einem individuellen Blockdesign sind verschiedene Funktionen wie Mischen, Verteilen, Zuführen, Entnehmen, Entleeren und Reinigen realisierbar. Darüber hinaus können Sensoren, Filter und Rückschlagventile integriert werden. All dies spart komplizierte Verrohrungen sowie Schweißnähte und verringert den Totraum.
Vetter ist ein internationaler Spezialist in der Entwicklung und aseptischen Abfüllung von Medikamenten in Spritzen, Karpulen und Vials. Darunter fallen beispielsweise auch Spritzen mit Doppelkammersystem, die zunächst mit PW (Purified Water) und WFI (Water For Injection) gespült, anschließend trocken geblasen, silikonisiert, autoklaviert, im Reinraum befüllt und schließlich gefriergetrocknet werden. Reinstwasser spielt auch im Endprodukt eine große Rolle, da sich der Inhalt einer solchen Spritze aus 99,5 % Wasser und nur 0,5 % Wirkstoff zusammensetzt. Allerdings wird spezifikationskonformes Wasser insbesondere bei der Produktion selbst sowie bei sämtlichen CIP- und SIP-Vorgängen (Cleaning In Place; Sterilisation In Place) benötigt, wobei die ständige Verfügbarkeit desselben unerlässlich ist. In den Anlagen zur Aufbereitung und Verteilung sind Gemü-Mehrwegeventilblöcke in den unterschiedlichsten Varianten im Einsatz.
Zur Wasseraufbereitung wird das einlaufende Stadtwasser zuerst durch Ionenaustausch enthärtet. Die Entsalzung des Weichwassers erfolgt in der nachgeschalteten Umkehrosmose, wozu das Weichwasser unter Hochdruck den Membranträgern zugeführt wird. Für die Restentsalzung gelangt das erzeugte Permeat anschließend zu den Elektrodeionisationsmodulen. Beim Durchfluss durch die Module werden die sich noch im Permeat befindlichen Ionen nahezu vollständig entfernt und das ablaufende Diluat in zwei Lagertanks gefördert. Nach diesen drei Aufbereitungsstufen hat das nun gereinigte Wasser PW-Qualität gemäß USP und besitzt demnach eine Leitfähigkeit von 0,9 µS/cm. Das PW wird aus den beiden Tanks über Pumpensysteme und zusätzliche Filtereinheiten den zwölf Ringleitungssystemen (Loops) zugeführt. Sie werden aus der Reinmedienzentrale im Keller über die technische Zwischendecke (über der Produktionsebene) in die einzelnen Produktionsbereiche und Labore geführt. Nach der letzten Entnahmestelle münden sie wieder in den Tank.




