Typisches spanabhebendes Feinbearbeitungsverfahren, wobei v. a. die finale mechanische Glättung der Oberfläche bei relativ minimalem Werkstoffabtrag erfolgt. Der Glättungsvorgang entspricht dabei einem Verschmieren der Metalloberfläche und der Erzeugung typischer amorpher Strukturen (Beilby-Schicht).
Abb. H 7: Konturhonen der Innenoberfläche von dünnwandigen Rohren auf einer Doppelspindelmaschine. (Quelle: Dr. J. Rau, TAE-Seminar, 2002)
Man unterscheidet das klassische Honen mit Honsteinen und das Konturhonen sowie das Extrudhonen. Die verschiedenen Honverfahren werden u. a. auch für die mechanische Oberflächenbehandlung von Bauteilen aus austenitischen Edelstahllegierungen eingesetzt.
Konturhonen etwa von Innenoberflächen von Rohren ist ein automatisiertes mechanisches Schleifen mittels Schleifbändern unter Schmiermitteleinsatz zum Kühlen. Die Kornstufen beim Konturhonen liegen bei K 60–600.
Das klassische Honen mit Honsteinen (K 60–1.200) unter Verwendung von Pasten (bei feinsten Honbereichen) lässt, wie das Konturhonen, mechanisch sehr glatte und glänzende Oberflächen erzielen, wobei allerdings betreffend Topographie, Morphologie und Energieniveau funktional wesentliche Nachteile zur elektrochemisch polierten Edelstahloberfläche vorliegen.
Konturhonen bis Korn K 240 (Schleifkörnung) von Rohrinnenoberflächen wird oft als Vorverfahren vor dem elektrochemischen Polieren eingesetzt, wobei das Elektropolieren die erzeugte amorphe Schmierschicht durch belastungsfreien Abtrag völlig entfernt.
Eine spezielle Anwendung stellt das Extrudhonen dar, wobei pastöse Schleifmittel (Honpasten) in einer viskosen Trägermasse unter hohem Druck (2.000–4.000 bar), z. B. durch eine zu honende Innenbohrung bzw. ein Rohr, mehrfach hin- und hergepresst werden und die Reibung einen entsprechenden Schleif- / Poliereffekt auf der Bohrungsinnenoberfläche erzielen lässt.
