Zahlreiche pharmazeutische Wirkstoffformulierungen bereiten Probleme während der Tablettierung: So können einerseits adhäsive Wirkstoffe die Presswerkzeuge verkleben, andererseits beanspruchen abrasive Formulierungen die Stempel besonders stark und führen schnell zu deutlichem Verschleiß.
Typische Vertreter, die zum Verkleben neigen, sind Stoffe wie die weitverbreiteten Schmerzmittel Iboprufen, Diclofenac und Paracetamol/Koffein. Das Zytostatikum Ceritinib, das häufig in der Krebstherapie eingesetzt wird, fällt ebenso in diese Kategorie wie die Kombination aus Artemether und Lumefantrin zur Behandlung von Malaria sowie sämtliche Arten von Brausetabletten und Kaugummis.
Abrasive Formulierungen verfügen über eine harte oder grobkörnige Struktur. Hierzu gehören das Antazidum Maaloxan für die Behandlung von Sodbrennen, das Nahrungsergänzungsmittel Taxofit mit seinen Vitaminen und Salzen sowie alle Mineralientabletten.
Bei der Verarbeitung abrasiver Formulierungen sind entsprechend verschleißbeständige Werkzeuge erforderlich. Für Produktionsprozesse mit adhäsiven Stoffen gilt es hingegen, die Wärmeentwicklung und die Hafteigenschaften so weit wie möglich zu reduzieren. Nur so ist eine störende Verklebung zu verhindern. Um die Stempel mit den entsprechenden Eigenschaften zu versehen, kommen unterschiedliche Werkstoffe und Beschichtungen zum Einsatz. Diese Materialien reduzieren die Reibungs- und Klebeeffekte des Produkts und schützen dadurch die eingesetzten Stempel.
Eine zentrale Voraussetzung für eine störungsfreie Tablettenproduktion ist die richtige Auslegung zwischen Maschine, Rotor und Werkzeug. Nur wenn diese drei Systemkomponenten aufeinander abgestimmt sind, kann eine reibungslose Produktion mit hohen Standzeiten, geringem Wartungsaufwand und sinkenden Ersatzteilkosten erreicht werden. Für die passgenaue Einstellung der Prozesse bietet Fette Compacting Arzneimittelherstellern eine umfangreiche Palette an Stempeln. Dazu gehören unter anderem Werkzeuge für runde Tabletten, Sonderformen, Wölbungen oder Bruchkerben. Für abrasive oder klebende Wirkstoffe sind darüber hinaus legierte Werkzeugstähle und Hartmetalle erhältlich. Diese Materialien sind besonders korrosionsbeständig und leisten einen hohen Widerstand gegen Verschleiß oder Klebeneigung. Werden spezielle Reinigungsflüssigkeiten verwendet, etwa bei der Wash-in-Place-Produktion (WIP), sind die Werkzeuge zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Hierfür eignen sich Sonderstähle mit hohem Chromanteil.
Ein Mittel, um den Gesamtverschleiß zu reduzieren, liegt in der anwendungsoptimierten Kopfform der Stempel. Der FS-Stempel von Fette Compacting verfügt aus diesem Grund über eine abgeflachte Kopfform, die sich auf den gesamten Prozess auswirkt: Die Druckhaltezeit steigt, das Laufverhalten wird ruhiger und der Verschleiß an allen beteiligten Komponenten sinkt. Sowohl die Stempel selbst, als auch die Druckrollen profitieren von den reduzierten Verschleißkräften. Die Auswahl des richtigen Stempels hängt von den individuellen Produktionsanforderungen ab, wie der genauen Druckhaltezeit, der Ausbringung und dem auftretenden Verschleiß.




