Eli Lilly wollte bislang 2,5 Mrd. US-Dollar (2,16 Mrd Euro) in die neue Produktionsstätte für injizierbare Medikamente im rheinhessischen Alzey stecken. Wegen der Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen hat der US-Pharmakonzern angekündigt, den noch ausstehenden Umfang des Projekts um 50 % gegenüber der ursprünglichen Planung zu reduzieren. Ursprünglich sahen die Pläne vor, in Alzey bis zu 1000 Fachkräfte einzustellen.
Der Standort werde wie geplant ein hochmoderner, verlässlicher und leistungsfähiger Teil des globalen Lilly-Netzwerks werden, sagte der Unternehmenssprecher. Die Eröffnung sei weiterhin für Ende 2027 geplant. Die in Alzey produzierten Medikamente würden Patienten weltweit erreichen.
Der US-Pharmakonzern kritisierte erneut den Kurs der Regierungskoalition: „Wir bedauern, dass die Bundesregierung das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in der vorliegenden Form verabschiedet hat“, sagte der Sprecher. „Es ist aus unserer Sicht keine Gesundheitsreform, sondern ein Spargesetz.“ Der Koalitionsvertrag weise der Pharmaindustrie die Rolle einer Schlüsselindustrie zu. Das habe Erwartungen geweckt, die die jetzige Regelung bisher nicht erfülle.
Eli Lilly verlangt Sicherheit für Investitionen
Das Gesetz enthalte mehrere Belastungen gleichzeitig: Mehr als Verdoppelung des bisherigen Herstellerabgaberabatts, verschärfte Preis-Mengen-Regelung, Rabatte auf patentgeschützte Arzneimittel, erhöhter Impfstoffabschlag. Der neue Herstellerzwangsrabatt von 15,5 % greife direkt in das Kerngeschäft der Arzneimittelindustrie ein und untergrabe Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit bei Investitionen. Von der Bundesregierung würden deshalb Maßnahmen zur Sicherstellung erwartet, dass strukturelle Reformen Innovationen belohnen und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen geschaffen werden, betonte der Unternehmenssprecher. Solange es hier keine positive Entwicklung gäbe, halte das Unternehmen an der angekündigten Reduzierung des Investments in Alzey fest. (Quelle: dpa)
Bild: Arne Dedert – dpa




