Digitalisierung und Gerätevernetzung sind Trends, die sich über alle Branchen erstrecken und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Doch wie sieht der Laboralltag aus? Ein erster Schritt hin zum digitalen Labor ist getan. Das Visionize-System von Eppendorf vernetzt Laborequipment und organisiert Geräte und Gerätedaten digital in der firmeneigenen IT-Infrastruktur.
Ungeordnete Daten und Informationen, häufig noch auf Papier, dominieren heute die Dokumentation im Labor. Damit auch der Laboralltag mit Themen wie Digitalisierung, Vernetzung und IoT Schritt halten kann, gibt es seit einigen Jahren Initiativen, die diese Themen vorantreiben. Labor-4.0- und Lean-Lab-Ansätze sind hier nur als Beispiele zu nennen. Ein weiteres Beispiel von deutschen Partnern aus Industrie und Wissenschaft stellt das Smartlab dar. Diese Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mögliche Zukunftsvisionen umzusetzen und so erfahrbar für den Anwender zu machen.
Im Mai 2017 wurde auf der Labvolution in Hannover im Rahmen der Sonderschaufläche Smartlab das Labor der Zukunft vorgestellt. Insgesamt 14 Partner (u. a. das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), das Institut für Technische Chemie der Leibniz Universität Hannover und Firmen wie Eppendorf, Presens Precision Sensing, Sartorius, Köttermann oder Zühlke Engineering) haben bereits zum zweiten Mal gezeigt, wie der Laboralltag in Zukunft aussehen kann. Neben smarten Oberflächen und Labormöbeln, spielt das Thema Gerätevernetzung und zentrale Datenarchivierung eine wesentliche Rolle. Das Smartlab vereint Anwendungen, die bereits marktreif sind mit langfristigen Visionen. Mittlerweile ist das Smartlab zu einer Dauerausstellung in der Robotation Academy (Teil der Deutschen Messe Technology Academy) geworden. Hier werden ganzjährig Konferenzen, Seminare, Workshops und Schulungen zu den Themen Industrie 4.0, Robotik und Automation angeboten.
Vernetzte Zusammenarbeit
Das bereits im Jahre 1990 gestartete Human-Genome-Projekt ist ein gutes Beispiel für vernetzte Zusammenarbeit im Labor. Ohne die Vernetzung von Forschern weltweit wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Aber wie ist diese Art der vernetzten Kooperation seitdem in den Laboralltag integriert worden? Im akademischen und industriellen Bereich werden immer häufiger einheitliche SOPs gefordert. Diese müssen an verschiedenen Standorten jederzeit verfügbar und stets aktuell sein. Nur so sind ein reibungsloser Ablauf und die Einhaltung von Standards zu gewährleisten. Im Jahre 2003 wurde das Human-Genome-Projekt beendet und seitdem stehen zum Datenaustausch verschiedene netzwerkinterne oder cloud-basierte Anwendungen zur Verfügung. Somit ist ein digitaler, globaler Austausch von Daten ebenso selbstverständlich geworden, wie der sichere, firmeninterne aber standortübergreifende Zugriff auf einheitliche SOPs.




