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    Digitale Souveränität für Vertragsdaten
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    Branche & Markt

    Digitale Souveränität für Vertragsdaten

    Der US Cloud Act stellt ein Sicherheitsrisiko für Vertragsdaten in der Chemie- und Pharmaindustrie dar. Europäische Anbieter erhöhen hier die Sicherheit.
    Veröffentlicht
    16. Dezember 2025
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    Wer hat Zugriff auf unsere Daten – und wo sind diese gespeichert? Diese Fragen stellen sich aktuell immer mehr Chemie- und Pharmaunternehmen in Europa. Angesichts zunehmender Cyberrisiken und globaler Spannungen wächst das Bewusstsein für digitale Souveränität. Und das zu Recht: Besonders die Zusammenarbeit mit US-Cloud-Diensten führt für Produzenten, Forschungseinrichtungen und Labore immer wieder zu Herausforderungen – sowohl operativ als auch rechtlich. Das gilt speziell für das Vertragsmanagement – denn in kaum einer Branche sind Daten zu Forschungs- und Entwicklungsdetails, klinischen Studien oder Lieferketten so sicherheitskritisch wie in der Chemie- und Pharmaindustrie.

    81 % der deutschen Unternehmen sind beim Bezug digitaler Technologien von den USA abhängig. Das geht aus der aktuellen bitkom-Studie „Digitale Souveränität – Wie abhängig ist unsere Wirtschaft?“ hervor. „Vor dem Hintergrund des US Cloud Act ist dieses Ergebnis besonders alarmierend“, sagt Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbH. Der US Cloud Act verpflichtet amerikanische Cloud-Anbieter zur Herausgabe von Daten internationaler Kunden – selbst dann, wenn sich diese Daten physisch außerhalb der USA befinden und durch Gesetze wie die DSGVO im Heimatland des Kunden geschützt sind. „Der Bezug von US-Cloud-Diensten führt für europäische Unternehmen zu einem unvermeidbaren Datenschutz- und Compliance-Risiko“, betont Schmeisser. In der Chemie- und Pharmaindustrie betrifft dies nicht nur klassische Liefer- und Entwicklungsverträge, sondern auch Vereinbarungen, die direkt oder indirekt mit der Patientensicherheit, der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und dem Schutz vertraulicher Forschungs- und Produktionsdaten verbunden sind. Insbesondere unter GxP-Bedingungen und anderen regulatorischen Anforderungen, etwa FDA 21 CFR Part 11 oder EU-GMP Annex 11, ist die souveräne Kontrolle über Vertrags- und Forschungsdaten essenziell.

    Digitale Abhängigkeiten als geopolitisches Risiko

    Wie eng technologische Abhängigkeiten und Handlungsfähigkeit miteinander verknüpft sind, veranschaulicht ein Beispiel aus dem öffentlichen Sektor: Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat beschlossen, sich von US-Diensten zu lösen und künftig auf europäische Softwarelösungen zu setzen. Hintergrund waren politische Spannungen und die Verhinderung des Zugriffs auf einen bezogenen IT-Service. „Der Schritt zeigt, wie entscheidend digitale Souveränität für die Aufrechterhaltung der eigenen Handlungsfähigkeit ist – nicht nur für internationale Organisationen, sondern auch für Unternehmen in Europa“, meint Schmeisser. „Geopolitische Entwicklungen beeinflussen zunehmend digitale Infrastrukturen. Umso wichtiger, kritische Systeme unabhängig und widerstandsfähig zu gestalten.“

    Cloud-Souveränität beginnt in Europa

    In Europa gelten strenge Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. „Durch die Wahl europäischer Cloud-Provider reduzieren Unternehmen die Risiken aus Drittstaatentransfers, erleichtern die Einhaltung der DSGVO und behalten die technische wie rechtliche Kontrolle über ihre Daten“, so Schmeisser. Für Unternehmen der Pharma- und Chemiebranche bringt das einen klaren Vorteil: Sie sind rechtlich besser abgesichert und strategisch unabhängiger von außereuropäischen Rechtsrisiken. Speziell in global vernetzten Forschungs- und Produktionsumgebungen – etwa in der Zusammenarbeit mit CROs, Zulassungsbehörden oder Vertriebspartnern – sind kontrollierte, auditierbare Datenflüsse essenziell.

    Pharma

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    Digitale Souveränität schafft zugleich einen zunehmenden Wettbewerbsvorteil am Markt, denn auch kundenseitig steigt in Europa die Nachfrage nach Datenschutz und regionaler Datenhoheit“, fügt Schmeisser hinzu. Unternehmen, die europäische Technologien einsetzen, sichern sich dadurch einen Vertrauensvorsprung, der bei Ausschreibungen und der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Laboren, Chemieproduzenten und pharmazeutischen Herstellern ausschlaggebend sein kann.

    Bedeutung für das Vertragsmanagement

    Insbesondere im Kontext von Vertragsmanagement ist die Unabhängigkeit von US-Cloud-Anbietern ein entscheidender Faktor. Denn Verträge – von Qualitätssicherungsvereinbarungen und Wartungsverträgen, über Lieferanten- und Dienstleisterverträge bis hin zu Technical oder Clinical Trial Agreements – enthalten meist hochsensible Informationen. Ein durchgängiges, nachvollziehbares Vertragsmanagement ist zudem Bestandteil regulatorischer Audits und Compliance-Prüfungen, etwa im Rahmen von GxP- oder Datenschutzkontrollen. „Entscheidend ist, Datenflüsse transparent zu dokumentieren und unautorisierte Zugriffe auszuschließen“, betont Schmeisser. „Der Einsatz einer Software für Vertragsmanagement muss eine sichere und DSGVO-konforme Datenspeicherung und -verarbeitung ermöglichen.“ Die österreichische Vertragsmanagement-Software Fabasoft Contracts stellt ausschließlich Datenlokationen innerhalb Europas zur Verfügung – wahlweise in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. International anerkannte Zertifikate unabhängiger Prüfungsinstanzen wie das C5-Testat des BSI, der EU Cloud Code of Conduct nach Level 3 oder ISAE 3000 SoC 2 Type 2 bestätigen höchste Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards.

    Fazit

    „Die US-Abhängigkeit stellt ein erhebliches Risiko für die Datenhoheit, Compliance und Innovationsfähigkeit europäischer Betriebe dar“, resümiert Schmeisser. Umso wichtiger sei es, die eigene digitale Souveränität zu stärken: „Die Nutzung von EU-Cloud-Dienstleistern für digitales Vertragsmanagement ist nicht nur unerlässlich für die Sicherung von Datenschutz und Compliance, sondern bietet auch wirtschaftliche und operative Vorteile.“ Für Chemie- und Pharmaunternehmen ist digitale Souveränität im Vertragsmanagement mittelbar ein bedeutender Beitrag zu Zulassungssicherheit, Lieferkettenstabilität und Innovationsschutz – und damit zu einem resilienten, zukunftsfähigen Unternehmensfundament.

    Fabasoft International Services GmbH, Linz

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