Der Autor: Markus Borer Leiter Marketing, Kinematica
Tabletten, Dragees, Zäpfchen oder andere Darreichungsformen durchlaufen bei ihrer Herstellung komplexe Prozesse bevor sie verpackt werden können. Gleichbleibende Qualität in den einzelnen Teilschritten kann nur mit Hilfe von präzisen Prüf- und Kontrollverfahren gewährleistet werden. Bei der Produktion der Tabletten granuliert man das jeweilige Pulver und presst es dann in Formen. Beim Dragieren wird dann in diversen Schritten ein Überzug aufgebracht. Dieser kann verschiedene Funktionen beinhalten, beispielsweise die gezielte Freisetzung von Wirkstoffen, die Farbgebung oder die Überdeckung von Bitterstoffen. Erst nach diesen Schritten können die Tabletten verpackt werden.
Im Gegensatz zur amorphen Struktur des Inhaltspulvers, das naturgemäß sehr leicht benetzbar ist, steht die meist harte Dragee-schicht, die gezielt aufgebrochen werden muss. Um Konzentrationsunterschiede in der Analysenlösung zu verhindern, müssen alle Inhaltsstoffe homogen durchvermischt werden.
Beim kinematischen Prinzip erzeugt der Rotor, angetrieben durch einen Motor, einen Unterdruck innerhalb des Stators, der die zu dispergierende Pille ansaugt. Im Arbeitsbereich des Rotors/Stators wird alles Material zentrifugal beschleunigt und kommt in den Scherspalt zwischen dem Rotor und dem Stator. Die Materialpartikel unterliegen hohen Abbrems- sowie tangentialen und radialen Beschleunigungskräften. Die einzelnen Partikel werden auseinandergerissen und zerkleinert (Scherung). Dabei werden sehr hohe Umfangsgeschwindigkeiten erreicht. Durch weitere Schneid- und Pralleffekte werden die Partikel noch weiter zerkleinert. Die extremen Turbulenzen, die bei der Bearbeitung entstehen, sorgen für eine exzellente Homogenisierung aller Tablettenkomponenten.
Der beste Antrieb ist nichts ohne ausgeklügeltes Aggregatesystem, das für den Anwender und die Anwendung gleichermaßen von Nutzen ist. Das Polytron PT-DA 20/2XEC-E116- Aggregat ist speziell für die Dispergierung von Pillen mit Flüssigkeiten konzipiert. Das Aggregat wird mittels der Einhand-Schnellkupplung am Antrieb befestigt. Der geschützte innenliegende Rotor saugt durch seine Rotation im Betrieb die Pillen zusammen mit der Flüssigkeit an. Die beiden unterschiedlich langen, ausgewuchteten Rotorzähne zerstören die Pille in kleinste Teile und stoßen diese an den beiden Schlitzen des Statorrohres wieder aus. Dieser Vorgang wiederholt sich ca. 4 bis 6 s lang. Dann ist das geforderte Dispergierergebnis erreicht. Durch die Sondergeometrie kann das Aggregat nicht verstopfen oder Probenreste darin hängenbleiben. Die gewonnene Analyselösung bildet eine ausgezeichnete Basis zur Analyse der pharmazeutischen Wirkstoffe (API).
Nach jedem Gebrauch steht die Reinigung an. Die Demontage lässt sich schnell und komfortabel ohne Gebrauch von Werkzeugen durchführen. Zunächst entfernt man eine PTFE-Klammer mit dem Daumen. Dies ist auch mit Handschuhen möglich. Dadurch wird der Rotor freigegeben und kann aus dem Statorrohr herausgleiten. Zusammen mit den PTFE-Gleitlagern sind somit nur zwei Edelstahlteile zu reinigen (z. B. zu autoklavieren). Die Montage erfolgt wiederum ohne Werkzeug.




