Die Smepac-Richtlinien geben Hilfestellungen für Containment-Tests an Prozessequipment. Dabei ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Labor- und Produktionsumgebungen sowie daraus resultierende Einschränkungen dieser Richtlinien zu verstehen. Im Folgenden werden die Hauptkriterien für Containment-Leistungstests und technische Neuerungen, die das Testen künftig noch sicherer und effizienter gestalten könnten, beschrieben.
Der Markt für Biopharmazeutika wächst stetig, auch aufgrund des weltweit wachsenden Bedarfs für Onkologiepräparate. Es wird erwartet, dass er bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6,5 % Ende 2024 ein Volumen von
100 Mrd. US$ erreicht haben wird. Dies hat zu einem steigenden Bedarf hochaktiver Wirkstoffe geführt. Dieses Wachstum wiederum führt zu einen Anstieg bei Containment-Lösungen sowie noch genaueren und effizienteren Nachweismethoden, um deren Funktion sicherzustellen. Aus modernen pharmazeutischen Produktionsprozessen sind Isolatoren, Barrieresysteme (RABS) und Doppelklappenventile (Split Butterfly Valves, SBVs) nicht mehr wegzudenken. Durch das geringe Maß an manuellen Eingriffen wird das Risiko für Kreuz-Kontaminationen stark reduziert.
Smepac-Test und Einflussfaktoren
Jedes Produktionsequipment muss vor seinem Praxiseinsatz qualifiziert sowie seine Prozesse validiert werden. Wird beispielsweise ein neues Ventil implementiert, sollte dies grundsätzlich gemäß Smepac-Richtlinie (Standardized Messurement of Equipment Particulate Containment) der ISPE erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass diese nur eine Hilfestellung gibt für die Ergebnisse, die das Containmentequipment unter Laborbedingungen erzielen soll, nicht aber für seine Performence in der Produktion. Für das Ergebnis eines Smepac-Tests gibt es diverse Einflussfaktoren: Im Smepac-Leitfaden werden ein Reihe von verschiedenen Partikelgrößen und Konzentrationen für Placebos in der Validierungsphase beschrieben. Darunter beispielsweise Lactose, Paracetamol, Mannitol und Naproxen. Es gibt jedoch eine Reihe von Fragen, die in Bezug darauf zu klären sind und wie sich dies auf die Interpretation der Ergebnisse auswirken könnte, Beispielsweise – wie relevant ist das Test-Placebo für das tatsächlich zu verwendende API und wurde von jedem Lieferanten das gleiche Placebo getestet?
Außerdem besteht die Möglichkeit, selbst bei gleich agierenden Testgeräten, unterschiedliche Ergebnisse zu erzielen, einfach aufgrund von abweichenden Beprobungen für den selben Test. Die Anforderung der Smepac bzgl. der Testprotokolle definiert
gewisse Punkte nicht eindeutig. In der Smepac-Richtlinie heißt es zum Beispiel, dass „das Volumen die exponierte Dichtung und die produktberührte Oberfläche vollständig bedecken sollen“. Hierdurch wird es bei Testkomponenten mit wechselnden Volumina höchstwahrscheinlich zu abweichenden bzw. nicht konsistenten Ergebnissen kommen.




