Zum Inhalt springen
Pharma Prozesstechnik
  • Branche & Markt
  • Anlagen & Verfahren
  • Abfüllen & Verpacken
  • Automation & MSR
  • Reinraum & Hygiene
  • Labor & Feststoff
Pharma Prozesstechnik
  • Branche & Markt
  • Anlagen & Verfahren
  • Abfüllen & Verpacken
  • Automation & MSR
  • Reinraum & Hygiene
  • Labor & Feststoff
    Pharma-Prozesstechnik-Newsletter
    Die wichtigsten News aus der Pharmaproduktion direkt in Ihr Postfach.
    Newsletter abonnieren

    Info

    • Impressum
    • Datenschutz
    • Barrierefreiheit
    • Datenschutzeinstellungen

    Kontakt zur Redaktion

    Pharma ProzesstechnikKonradin Mediengruppe
    Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

    E-Mail: redaktion@konradin.de
    Folgen Sie uns
    Pharma Prozesstechnik
    © 2026 Pharma Prozesstechnik
    Startseite/Branche & Markt/Artikel
    Biotechnologie: Enzyme im Käfig
    Bildquelle nicht angegeben
    Branche & Markt

    Biotechnologie: Enzyme im Käfig

    Enzyme beschleunigen als Biokatalysatoren viele chemische Reaktionen. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forschende nun Enzyme in
    Veröffentlicht
    09. März 2022
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    Sie gelten als wahre Multifunktionstalente: Enzyme beschleunigen als Katalysatoren viele chemische Reaktionen. In Organismen sind sie an lebenswichtigen Prozessen beteiligt. In Technik und Industrie ermöglichen sie als Werkzeuge der Weißen Biotechnologie, Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen. Enzyme in Waschmitteln beispielsweise lösen Verschmutzungen schon bei niedrigeren Temperaturen. Auch Umwelttechnik, Lebensmittelverarbeitung, Arzneimittelherstellung, medizinische Diagnostik und viele weitere Bereiche setzen Enzyme ein.

    Bei Enzymen handelt es sich meist um Proteine. Um das Potenzial der riesigen Moleküle auch außerhalb biologischer Kontexte in der sogenannten zellfreien Biotechnologie nutzen zu können, müssen sie stabilisiert und in effiziente Reaktorsysteme integriert werden. Diese für die Weiße Biotechnologie zentrale Herausforderung wurde in wässrigen Lösemitteln schon in vielen Fällen bewältigt. In organischen Lösemitteln dagegen kommt es häufig zu einer Destabilisierung beziehungsweise Denaturierung – die katalytischen Eigenschaften gehen verloren.

    Forschenden am Institut für Funktionelle Grenzflächen (IFG), am Institut für Nanotechnologie und am Institut für Biologische Grenzflächen 1 – Biomolekulare Mikro- und Nanostrukturen des KIT ist es nun gelungen, Enzyme so zu stabilisieren, dass sie sich sowohl in wässrigen als auch in organischen Lösemitteln verwenden lassen. So konnten sie erstmals ein kontinuierliches Enzymreaktorsystem mit hoher Produktivität und Stabilität demonstrieren.

    MOFs vereinfachen Trennung von Katalysatoren und Produkten

    Das Reaktorsystem basiert auf metallorganischen Verbindungen (metal-organic frameworks – MOFs). Dabei handelt es sich um Gerüste aus metallischen Knotenpunkten und organischen Verbindungsstreben, die sich durch kristalline Strukturen und definierte Porengrößen auszeichnen. Durch verschiedene Kombinationen von Metallbausteinen und organischen Liganden sowie Variationen der Porengröße lassen sich MOFs für ganz unterschiedliche Anwendungen maßschneidern. Beim zellfreien Einsatz von Enzymen wirken sie wie Käfige. „Wir bringen die Enzyme dazu, einzeln in die Poren der MOFs einzudiffundieren, das heißt, sozusagen freiwillig in den Käfig hineinzuschlüpfen“, erklärt Professor Christof Wöll, Leiter des IFG. „Die MOFs wirken als Rüstung, schützen diese empfindlichen Biomoleküle und vermeiden Denaturierung.“ Dank der Porosität der MOFs lässt sich der Transport von Reaktanten, also der Substanzen, die während der chemischen Reaktionen verbraucht werden, und Produkten, die dabei entstehen, besser kontrollieren. Darüber hinaus vereinfachen die MOFs die aufwendige Trennung von Katalysator und Produkten, wie Professor Matthias Franzreb erläutert, stellvertretender Leiter des IFG und Co-Autor der Studie.

    Die Karlsruher Forschenden demonstrierten die zeit- und kosteneffiziente Herstellung eines Enzym-MOF-Durchflussreaktors. Dabei war die Stabilität des immobilisierten Enzyms rund 30-mal so hoch wie die des freien Enzyms. Die katalytische Aktivität betrug im Vergleich zum freien Enzym rund 30 Prozent – ein angesichts der Verformung des in die MOF-Poren eingebetteten Enzyms recht hoher Wert. Die Studie lief im Kontext des Exzellenzclusters „3D Matter Made to Order“ des KIT und der Universität Heidelberg sowie des Helmholtz-Programms „Materials Systems Engineering“. In weiteren Arbeiten zum Thema ist geplant, die MOFs mithilfe computerbasierter Methoden so zu verändern, dass die Verformung durch die Poren nicht zu einer Verringerung, sondern zu einer Erhöhung der Aktivität führt.

    Originalpublikation (Open Access):

    Raphael Greifenstein, Tim Ballweg, Tawheed Hashem, Eric Gottwald, David Achauer, Frank Kirschhöfer, Michael Nusser, Gerald Brenner-Weiß, Elaheh Sedghamiz, Wolfgang Wenzel, Esther Mittmann, Kersten S. Rabe, Christof M. Niemeyer, Matthias Franzreb, Christof Wöll: MOF-hosted enzymes for continuous flow catalysis in aqueous and organic solvents. Angewandte Chemie, International Edition. 2022. DOI: 10.1002/anie.202117144

    Pharma

    Mehr aus Branche & Markt

    Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Branche & Markt.

    Alle Branche & Markt-Artikel
    GEA präsentiert Filmbeschichter ConsiGma FC Flex für Produktionsmaßstab
    Branche & Markt

    GEA präsentiert Filmbeschichter ConsiGma FC Flex für Produktionsmaßstab

    7. Oktober 2026

    GEA hat auf der CPHI Mailand den ConsiGma FC Flex vorgestellt, einen Filmbeschichter, der den im Labormaßstab entwickelten Prozess auf kommerzielle Produktionsmengen überträgt.

    Aseptische Abfüllung in der Pharmaindustrie: Grundlagen, Verfahren und Anlagenkonzepte
    Branche & Markt

    Aseptische Abfüllung in der Pharmaindustrie: Grundlagen, Verfahren und Anlagenkonzepte

    6. Oktober 2026

    Aseptische Abfüllung gehört zu den anspruchsvollsten Prozessen in der pharmazeutischen Produktion. Dieser Artikel erklärt die technischen Grundlagen, gängige Verfahrensprinzipien und die Anforderungen an Anlagen und…

    Granulierung in der Feststoffproduktion: Verfahrensprinzipien, Anlagenkonzepte und Qualitätsanforderungen
    Branche & Markt

    Granulierung in der Feststoffproduktion: Verfahrensprinzipien, Anlagenkonzepte und Qualitätsanforderungen

    1. Oktober 2026

    Die Granulierung ist ein zentraler Prozessschritt in der pharmazeutischen Feststoffproduktion und beeinflusst maßgeblich die Fließfähigkeit, Komprimierbarkeit und Bioverfügbarkeit von Tabletten. Ein Überblick über die…

    Grundlagen der Wirbelschichttechnologie in der pharmazeutischen Feststoffproduktion
    Branche & Markt

    Grundlagen der Wirbelschichttechnologie in der pharmazeutischen Feststoffproduktion

    29. September 2026

    Wirbelschichtanlagen gehören zu den vielseitigsten Apparaten in der pharmazeutischen Feststoffverarbeitung. Dieser Artikel erklärt das Funktionsprinzip, die wichtigsten Prozessvarianten sowie Auswahlkriterien und…

    ← Zurück zu Branche & MarktZur Startseite

    Pharma-Prozesstechnik-Newsletter

    Die wichtigsten News aus der Pharmaproduktion direkt in Ihr Postfach.

    Zum Newsletter anmelden →