Bei Scanware electronic ist man mit der besonderen Herausforderung von Produkten im Bulk vertraut. Entscheidend ist, dass die Software erkennt, wo auf den Vibrationsrinnen das eine Produkt aufhört und das nächste anfängt. Dieser erste Schritt muss so schnell vonstatten gehen, dass danach alle anderen Kriterien, beispielsweise Farbe, Größe und Umfang, geprüft werden können. Das Farb-Produktkontrollsystem Lynx-Spectra HR ist hierfür ausgelegt und bietet darüber hinaus auch eine sehr hohe Auflösung. Zudem werden in diesem System mehrere 3CCD-Kameras eingesetzt, die eine besonders hohe Farbtrennleistung bieten.
Auf dieses System fiel die Wahl des französischen Pharmaunternehmens. Vor der Installation machten sich die Scanware-Techniker mit der Situation vor Ort vertraut, denn die Installation der modularen Systeme wird jeweils auf das Projekt zugeschnitten. In diesem Fall stehen sie vor einer Herausforderung: Denn die Tabletten, die über die beiden baugleichen Maschinen laufen, sollen parallel inspiziert werden. Dabei werden beide Inspektionssysteme über ein gemeinsames Terminal bedient. Zudem soll bei der Erkennung von Fremdprodukten die manuelle Entnahme einfach sein. Die Steuerung mehrerer Systeme innerhalb derselben Benutzeroberfläche ist bei Scanware längst implementiert. Gängig ist zudem, den Zugang zu den Produkten durch eine Schublade zu ermöglichen, die ganz herausgezogen wird. Aufgrund der großen Breite der Rinnen sind sie dafür aber zu sperrig, um auch dem zweiten Wunsch gerecht zu werden.
Eine Beleuchtungseinheit beinhaltet die Weißlicht-LED-Beleuchtung, Polfilter sowie die Kamera; hinzu kommt noch das Gewicht des Gehäuses. Bei zwei Systemen bedeutet dies ein beachtliches Gesamtgewicht. Die Lösung hierfür findet sich in der Entwicklung einer Halterung, inklusive eines Lifts auf jeder Seite. Per Knopfdruck kann so jede Kamera- und Beleuchtungseinheit nach oben und unten gefahren werden. Gasdruckfedern halten die DOM-Boxen in der Position oben. Mittels Druckluft werden diese während der Auswertung auf die Höhe der Rinnen herunter gefahren. Diese Konstruktion war die Weiterentwicklung einer Mechanik, die für einen Anwender in den Niederlanden eingesetzt worden war.
Nachdem die Konstruktion der Hardware für das Projekt stand, wurde die Software konfiguriert. In der Bildverarbeitung hat man immer wieder mit chromatischen Abberationen zu kämpfen. Die Brechung des Lichts in der Linse führt aufgrund der verschiedenen Wellenlängen der Lichtbestandteile zu sogenannten Farbsäumen an den Kanten der Objekte. Diese regenbogenartigen Kanten sind unscharf und verfälschen die Messwerte. Hierbei gilt, je dunkler der Hintergrund im Kontrast zum Produkt, desto größer ist der Farbsaum.
Bei Produkten, die im Blister verpackt werden, ist dies von geringerer Bedeutung, da PVC-Folien meist hell sind und auch bei Aluminium-Blistern das Reflektionsverhalten im Napf weniger problematisch ist. Die Rinnen eines Vibrationsförderers reflektieren jedoch das weiße Licht so, dass der Hintergrund komplett schwarz ist. Dadurch entstehen beachtliche Farbsäume.




