Der Autor: Dipl.-Ing. Manfred Seifert, Area Sales Manager, BWT Pharma & Biotech
Die pharmazeutische Industrie hat einen ständigen Bedarf an hochreinen Medien wie gereinigtes Wasser (PW), Wasser für Injektionszwecke (WFI) oder Reinstdampf. Die Versorgung mit diesen Rohstoffen muss so zuverlässig garantiert sein wie deren Qualität. Dafür kommen zentrale Versorgungssysteme, sogenannte Reinstmediensysteme, zum Einsatz. Mit einer steigenden Anzahl an Produkten werden immer mehr Reinstmedien für deren Herstellung benötigt. Deshalb beschloss die österreichische PAA Laboratories die Erweiterung ihrer bestehenden Anlagen zur Wasseraufbereitung.
PAA Laboratories wurde 1988 von Magister Rainer C. Burian gegründet. Eine kleine Gruppe von Mitarbeitern beschäftigte sich damals in einem Linzer Labor mit Blut und Zellen. Heute hat das Unternehmen 200 Mitarbeiter. Produktionsstätten befinden sich in Österreich, Kanada und Australien; Niederlassungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA. PAA stellt Seren und Medien, Pulvermedien und Laborwarenprodukte her und versorgt damit beispielsweise Universitäten, Kliniken, Krankenhäuser, Forschungsinstitute und die biopharmazeutische Industrie.
Aufgrund der stark steigenden Absätze der Seren und Medien entstand 2003 ein neues Werk in Pasching, dem heutigen Hauptsitz des Unternehmens. In Pasching investierte PAA im Jahr 2009 circa elf Millionen Euro in ein Neubauprojekt, weil die bestehenden Anlagen an der Kapazitätsgrenze angelangt waren.
Es entstanden eine Pulvermühle, ein modernes Logistik- und Hochregallager und die Erweiterung der Abfüllstation. Die Reinstmediensysteme mussten komplett neu von Christ Aqua geplant werden. In der Koordination von Architekt, Anlagenplaner und -bauer sah Matthias Haidinger, Production Manager bei PAA, dabei eine große Anforderung an das mittelständische Unternehmen mit begrenzter Personalkapazität: „Deshalb wurden Planung und Ausführung aller Reinstmediensysteme in die Hand des erfahrenen Turnkey-Partners Christ Aqua gelegt.“
Am Standort Pasching wird PW (Purified Water) für die Produktion, den Final Rinse und die Erzeugung von Reinstdampf beziehungsweise WFI (Water for Injection) benötigt und im Werk selbst hergestellt.
Das neue Anlagen-Equipment umfasst neben der Erweiterung des bestehenden PW-Loops einen zusätzlichen PW-Loop. Die bereits im Werk vorhandene Anlage zur Erzeugung von 1000 l/h PW musste durch eine redundante Erzeugeranlage mit einer Leistung von 6000 l/h PW (Osmotron 6000 pharmaline) erweitert und an den gemeinsamen Lagerbehälter für PW mit einem Fassungsvermögen von 6000 l angebunden werden. Die beiden Loops werden aus diesem Tank mit PW versorgt.




