Die Wirkungsgradklassen für Elektromotoren, international als IE-Klassen (International Efficiency) bezeichnet, sind in der Norm IEC 60034-30-1 (aktuelle Fassung 2014, Nachfolger von IEC 60034-30:2008) standardisiert und klassifizieren Drehstrommotoren nach ihrem elektrischen Wirkungsgrad im Bemessungspunkt. Die Skala reicht von IE1 (Standardwirkungsgrad) über IE2 (hoher Wirkungsgrad), IE3 (Premium-Wirkungsgrad) bis IE4 (Super-Premium); IE5 (Ultra-Premium) ist normativ noch nicht abschließend definiert und für eine künftige Ausgabe vorgesehen. Die Norm gilt für direkt am Netz betriebene Motoren; für drehzahlvariable Antriebe existiert ergänzend die IEC TS 60034-30-2. Die EU-Verordnung 2019/1781 schreibt für neu in Verkehr gebrachte Motoren definierter Leistungsbereiche Mindestwirkungsgrade vor und hat den Geltungsbereich schrittweise auf Frequenzumrichter (Mindestklasse IE2 ab Juli 2021) sowie explosionsgeschützte Motoren ausgeweitet. In der Praxis entfallen besonders hohe Einsparpotenziale auf Pumpen-, Lüfter- und Kompressorantriebe, da diese oft mit hoher Laufzeit betrieben werden. IE4- und IE5-Klassen werden häufig durch Synchronreluktanz- oder Permanentmagnetmotoren erreicht, die ausschließlich mit Frequenzumrichter betrieben werden und angepasste Regelalgorithmen erfordern. Die Auswahl der geeigneten IE-Klasse erfordert eine Lebenszyklusbetrachtung, da höhere Anschaffungskosten durch reduzierte Betriebskosten amortisiert werden.
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Wirkungsgradklassen (IE)
EnergieeffizienzQuelle: wirautomatisierer-Redaktion