Eine Soft-SPS (auch Software-SPS) ist eine auf Standard-PC-Hardware ausgeführte Steuerungssoftware, die die Funktionalität einer konventionellen hardwarebasierten SPS vollständig in Software abbildet. Anstelle dedizierter SPS-Hardware übernimmt ein Industrie-PC oder ein vergleichbares Computersystem (x86, ARM) die Steuerungsaufgaben, wobei das SPS-Laufzeitsystem als Prozess unter einem Echtzeit-Betriebssystem oder als Echtzeit-Erweiterung eines Standard-Betriebssystems (z. B. Windows mit RTX, Linux mit Xenomai) betrieben wird. Die Programmierung erfolgt gemäß IEC 61131-3, was die Wiederverwendbarkeit von Programmbausteinen und den Wissenstransfer zwischen Plattformen erleichtert; eine vollständige Code-Portierung zwischen Anbietern ist jedoch aufgrund herstellerspezifischer Bibliotheken, E/A-Adressierung und Projektkonfiguration in der Regel nur mit Anpassungsaufwand möglich. Wesentliche Vorteile gegenüber Hardware-SPS sind die hohe Rechenleistung moderner PC-Prozessoren, die einfache Integration mit übergeordneten IT-Systemen, flexible Skalierbarkeit sowie reduzierte Hardwarekosten bei komplexen Aufgaben. Herausforderungen bestehen in der Sicherstellung deterministischer Echtzeitfähigkeit sowie in der Langzeitverfügbarkeit und Betriebssystemstabilität der PC-Plattform. Soft-SPS-Lösungen werden bevorzugt in Anwendungen mit hohem Rechenbedarf, komplexen Regelungsaufgaben, CNC-Integration oder bei der Konvergenz von Steuerungs- und IT-Infrastruktur eingesetzt.
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Soft-SPS
Steuerungstechnik & SPSQuelle: wirautomatisierer-Redaktion