Ein Schrittmotor ist ein bürstenloser Elektromotor, dessen Rotor durch sequenzielle Bestromung der Statorwicklungen in definierten Winkelschritten bewegt wird. Jeder Stromimpuls dreht den Rotor um einen konstruktiv festgelegten Schrittwinkel, typischerweise 1,8° bei einem Vollschrittmotor mit 200 Schritten pro Umdrehung. Durch Mikrostepping – teilweises, überlagertes Bestromen mehrerer Wicklungen – lassen sich erheblich feinere Schrittauflösungen erzielen. Schrittmotoren arbeiten im Normalfall im offenen Regelkreis, da die Positionierung allein durch das Zählen der Schritte erfolgt. Bei Überlastung können Schritte verloren gehen, weshalb in präzisionsempfindlichen Applikationen eine Encoder-Rückführung ergänzt wird (Closed-Loop-Schrittmotor). Konstruktiv werden Hybrid-Schrittmotoren am häufigsten eingesetzt, die Merkmale von Reluktanz- und Permanentmagnetmotoren vereinen. Typische Anwendungsfelder sind Laborautomation, 3D-Drucker, Dosieranlagen, Textilmaschinen sowie kostensensitive Positionieraufgaben in der Industrieautomation. Gegenüber Servoantrieben zeichnen sie sich durch einfaches Ansteuerkonzept und niedrige Systemkosten aus, erreichen jedoch keine vergleichbare Dynamik und Leistungsdichte.
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Schrittmotor
AntriebstechnikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion