Ein Näherungssensor ist ein berührungslos arbeitendes Sensorelement, das die Anwesenheit oder Annäherung eines Objekts detektiert, ohne physischen Kontakt herzustellen. Je nach Messprinzip werden induktive, kapazitive, magnetische, Ultraschall- und optische Varianten unterschieden (IEC 60947-5-2). Induktive Näherungssensoren erzeugen über einen Oszillator ein hochfrequentes elektromagnetisches Wechselfeld; tritt ein elektrisch leitfähiges Objekt in dieses Feld ein, werden Wirbelströme induziert, die dem LC-Schwingkreis Energie entziehen und dessen Amplitude dämpfen, was intern ausgewertet und als Schaltsignal ausgegeben wird. Kapazitive Sensoren reagieren auf Änderungen der elektrischen Kapazität und erfassen damit auch nichtmetallische Materialien wie Kunststoff, Holz, Glas, Flüssigkeiten, Pasten oder Schüttgüter. Magnetische Varianten – etwa auf Basis des Reed-Schalter-, Hall-Effekt-, magnetoresistiven oder GMR-Prinzips – sprechen auf Magnetfelder an; je nach Bauart werden Permanentmagnete am Zielobjekt oder ferromagnetische Objekte ohne zusätzlichen Magneten detektiert. Der Nennschaltabstand (definiert nach EN IEC 60947-5-2) ist ein zentrales Auswahlkriterium und hängt vom Messprinzip sowie von der Zielmaterialbeschaffenheit ab. Näherungssensoren liefern typischerweise ein binäres PNP- oder NPN-Schaltsignal, moderne Ausführungen auch analoge oder IO-Link-fähige Ausgänge. Typische Einsatzgebiete umfassen Endlagenerkennung, Objektzählung, Positionsüberwachung und Taktsignalgabe in der Fertigungs- und Montageautomatisierung sowie in der Verpackungstechnik.
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Näherungssensor
Sensorik & MesstechnikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion