Ein Inkrementalgeber ist ein elektromechanischer Drehgeber, der Winkel- oder Linearbewegungen in Form von periodischen Impulssignalen erfasst und ausgibt. Das Messprinzip basiert auf der Abtastung einer regelmäßig unterteilten Maßverkörperung – bei optischen Gebern einer Glasscheibe mit Hell-Dunkel-Markierungen, bei magnetischen Gebern einer Polradspur – mittels eines Abtastelements. Pro Umdrehung oder Wegeinheit wird eine definierte Anzahl von Impulsen erzeugt, die als Auflösung in Impulsen pro Umdrehung (ppr) angegeben wird. Durch Auswertung zweier um 90° phasenverschobener Ausgangsspuren (Kanal A und B) lassen sich sowohl Bewegungsrichtung als auch Geschwindigkeit ermitteln. Ein zusätzlicher Nullimpuls (Kanal Z) markiert eine definierte Referenzposition pro Umdrehung. Da der Inkrementalgeber nur relative Lageänderungen misst, geht die Positionsinformation bei Spannungsausfall verloren; nach einem Neustart ist eine Referenzfahrt erforderlich. Gängige Ausgangsschaltungen sind HTL (High Threshold Logic) für störungsintensive Umgebungen sowie TTL bzw. RS422 für hochauflösende Anwendungen mit langen Leitungslängen. Typische Einsatzgebiete sind Antriebsregelung, Werkzeugmaschinen, Robotik und Fördertechnik.
I
Inkrementalgeber
Sensorik & MesstechnikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion