Die Entwicklung hochwirksamer Medikamente bedingt, dass bei der Herstellung dieser Präparate mit immer gefährlicheren Stoffen umgegangen wird. Für die Eingrenzung der Ausbreitung von toxischen Stoffen hat sich in den letzten Jahren der Begriff Containment etabliert. Er umfasst nicht nur den Schutz des Mitarbeiters während der Produktion, sondern alle Methoden und Maßnahmen, mit denen verhindert wird, dass sich toxische Stoffe bzw. aktive Substanzen ausbreiten.
Am besten wäre es natürlich, wenn weder Personal, noch Umwelt mit toxischen Stoffen in Berührung kämen. Da das kaum möglich ist, muss definiert werden, wie hoch die maximale Dosis eines Stoffes ist, die aus einem System, während einer bestimmten Zeit austreten darf. Das Occupational Exposure Limit (OEL, gemessen in µg/m3) beschreibt, wie hoch die toxische Belastung eines Mitarbeiters sein darf, ohne dass eine negative Wirkung auf seine Gesundheit auftritt. In der Regel wird ein Arbeitstag von 8 h zugrunde gelegt. Die ADE (Acceptional Daily Exposure [µg/Tag]) gibt die Menge eines Stoffes an, die ein Mitarbeiter innerhalb einer bestimmten Zeit aufnehmen kann, ohne dass es zu negativen Auswirkungen auf seine Gesundheit kommt. Man geht davon aus, dass ein Arbeiter während einer achtstündigen Arbeitszeit rund 10 m3 Luft einatmet. Vereinfacht entspricht das OEL dann der ADE, bezogen auf dieses Einatmungsvolumen von 10 m3. Eine erweiterte Berechnungsvorschrift für das OEL umfasst zusätzlich spezifische Daten wie das Körpergewicht und das genaue Atemvolumen des Mitarbeiters. Für eine kurzzeitige Belastung gilt das Short-Term Exposure Limit.
Das OEB (Occupational Exposure Band,
Bild 1) ist eine herstellerspezifische Klassifizierung von Materialien nach Ihrer Gefährlichkeit. So können die einzelnen Materialien unterschiedlichen Klassen zum Beispiel von gering gefährlich bis zu extrem gefährlich zugeordnet werden. Die OEB-Klassifikation ermöglicht es, einen direkten Zusammenhang mit dem OEL-Wert herzustellen. Über die Berechnungsvorschrift des OEL lässt sich dann wiederum ein direkter Bezug vom ADE-Wert eines Stoffes zum OEB-Band herstellen. Diese Zusammenhänge ermöglichen es, die geeigneten Schutzmaßnahmen vorzusehen, wenn für einen neuen Stoff der ADE- oder OEL-Wert bekannt ist.
Primäre und sekundäre Maßnahmen
Allgemein unterscheidet man zwischen primären und sekundären Containment-Maßnahmen. Das primäre Containment umfasst Maßnahmen, die ergriffen werden, um ein Ausdringen von toxischen Stoffen aus der Anlage zu unterbinden. Dies kann zum Beispiel durch Einhausungen von Anlagen oder mithilfe von Absaugeinrichtungen erreicht werden. Sekundäres Containment beschreibt Maßnahmen, die verhindern sollen, dass ausgetretenes Material sich weiter ausbreitet. Schutzmaßnahmen sind Schleusensysteme und Druckstufen zwischen Produktionsräumen und Gängen oder Klebematten, mit denen ein Weitertragen von Material mit den Schuhen verhindert wird. Oft müssen jedoch Proben oder Komponenten aus dem Containment-Bereich herausgeschleust werden. Hier sind Experten gefragt.




