Die Autorin: Simone Cécile Zimmermann, Market Manager, Mettler Toledo
Bei der Inventur, der Verpackung von Teilen in Behältern oder der Bestätigung von Produktionsmengen kommt es auf jedes einzelne Stück an. Zählvorgänge finden daher an vielen Stellen des Betriebsablaufs statt. Waagen können diese Aufgabe schon bei sehr kleinem Einzelstückgewicht präzise übernehmen. Das zugrundeliegende Prinzip ist sehr einfach: Das durchschnittliche Teilegewicht wird durch Wiegen und Abspeichern eines Referenzmusters erfasst. Mit dieser Information können unterschiedliche Aufgaben unterstützt werden. Soll eine bestimmte Anzahl gezählt werden, wird diese eingegeben und solange Teile zugefügt, bis die Sollmenge erreicht ist. Umgekehrt errechnet die Waage auch die Anzahl der Teile aus dem Gewicht einer bestimmten Charge.
Präzise Zählsysteme von Mettler Toledo unterstützen beim exakten Kommissionieren von Teilen und können problemlos in Inventarmanagementsysteme integriert werden. Aufgrund ihres Gerätedesigns können diese Waagen und Terminals auch gut in Reinräumen eingesetzt werden. Schmutzecken und Kontaminierungsherde werden vermieden, weil Vertiefungen oder offene Gewinde minimiert sind, eine gute Reinigbarkeit ist gewährleistet. Bei der Befüllung von Ampullen wird mithilfe der statistischen Qualitätskontrolle (SQC) sichergestellt, dass in jeden Behälter die richtige Menge einer Pharmarezeptur eingefüllt wird. Außerdem fordert die Qualitätssicherung exakte Buchführung über den Verbleib der Ampullen. Daher ist es notwendig, festzustellen und zu dokumentieren, wie viele Ampullen leer hinein und befüllt wieder aus dem Befüllungsraum kommen. Stimmen die Werte nicht überein, und wird dieser Fehler zu spät erkannt, kann dies zu einer größeren Rückrufaktion führen. Dann muss die gesamte Charge wieder ausgepackt und erneut gezählt werden. Die manuelle Durchführung dieser Arbeit birgt häufig Fehlerquellen: zählen, notieren, lesen … erfordert höchste Konzentration und keine Ablenkung.
Als Lösung für diese Aufgabe hat sich der Einsatz von Zählwaagen bewährt, die schnell und präzise erfassen können, wie viele Ampullen ein- und wieder ausgehen. Die Wägekapazität und -genauigkeit sind dabei von höchster Wichtigkeit. Dazu benötigt das System die Fähigkeit, das durchschnittliche Probengewicht der verwendeten Ampullen und dessen Streuung möglichst genau zu bestimmen.
Oft stehen bei der Auswahl eines Wägesystems Kriterien wie hygienisches Gerätedesign im Vordergrund (unter Anwendung von z. B. EHEDG- oder GMP-Richtlinien). Das ist aber nur ein Parameter, der bei der Anschaffung zu beachten ist.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis zeigt die Problematik. Bei der Vollständigkeitskontrolle von Lagercontainern wird überprüft, ob alle Ampullen vorhanden sind. Die Ampullen des Formats 2R Vials beispielsweise haben ein Einzelgewicht von 13 g. Jeder Lagercontainer fasst 472 Ampullen. Da das Gewicht des Lagercontainers von 109 bis 112 g variiert und auch die Ampullengläser nicht gleich schwer sind, wird es schwierig, genau zu zählen.




