Werden toxische oder hochwirksame Substanzen verarbeitet, ist Containment häufig Pflicht. Dafür werden zunehmend Single-use-Anlagen eingesetzt, die mit hochwertiger Spezialfolie und besonderen Dichtsystemen arbeiten. Besonders kritische Schnittstellen für den sicheren Betrieb dieser Anlagen sind Befüll- und Entleerprozesse oder der Wechsel von Einlegern bei Siebprozessen ohne Containment-Bruch.
Single-use Systeme basieren auf der Idee, das Produktionsequipment konstruktiv so zu gestalten, dass Staubemissionen in die Anlagenumgebung auf ein Minimum reduziert werden. Lösungen, die mit hochwertiger Spezialfolie und speziellen Dichtungssystemen arbeiten, sind dabei weit verbreitet. Eingebettet in ausgeklügelte Maschinen- und Bedienkonzepte, ist die Folie der Schlüssel zur Aufrechterhaltung des Containments.
Vorteile von Single-use-Systemen sind, dass sie einfach und kompakt aufgebaut und daher in der Anschaffung meist viel günstiger als Anlagen aus Glas oder Edelstahl sind. Da die verbrauchten Folienreste nur entsorgt und mit neuer Folie ersetzt werden, ist der Reinigungsaufwand geringer und Anlagenstillstände werden reduziert. Darüber hinaus sind Single-use-Containment-Systeme oft viel einfacher in der Bedienung und wirtschaftlicher in der Wartung.
Sicher entleeren und befüllen
Bei Big-Bag-Entleer- und Befüllprozessen sind zur Aufrechterhaltung des Containments zwei Stellen kritisch: der Anschluss des Big Bag Inliners an die Station und der Gebindewechsel. Zunächst muss der Inliner so angeschlossen werden können, dass eine stabile und staubdichte Verbindung mit der Station hergestellt wird. Engelsmann, ein führender Anbieter im Bereich Schüttguthandling, hat dafür eine Lösung entwickelt, bei der Anschlusssysteme mit pneumatischen Dichtungen eingesetzt werden, die den Big-Bag-Ein- bzw. -Auslauf während des Entleer- und Befüllprozesses sicher fixieren.
Nach der Entleerung oder Befüllung wird der Big Bag wieder verschlossen, vom Anschlusssystem getrennt und aus der Station entfernt. Dazu muss der Inliner zunächst mit zwei dicht nebeneinander liegenden Kabelbindern abgebunden werden. Durch einen Schnitt genau dazwischen wird der Big Bag von der Station entkoppelt. Nun verschließt ein Kabelbinder den leeren bzw. befüllten Big Bag, der zweite den kontaminierten Folienrest, der noch mit dem Anschlusssystem verbunden ist.
Nachdem ein neuer Big Bag in die Station eingebracht und angeschlossen wurde, muss dieser Folienrest zunächst aus dem Anschlusssystem entfernt werden – und zwar ohne dass dabei das Containment gefährdet wird. Dies lässt sich mit einem Eingreifstutzen, außen am Anschlusssystem, und Endlosfolie realisieren. Nachdem die Blähdichtung im Anschlussmodul entlüftet wurde, kann der Bediener gefahrlos den alten Folienrest herausziehen. Ist der Folienrest entfernt, beginnt der Prozess von vorne.




